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Er ist nicht in einem salesianischen Umfeld aufgewachsen. Von den Söhnen Don Boscos erzählte ihm ein Onkel mütterlicherseits, der beruflich in Onitsha auf der Durchreise war und davon beeindruckt war, was er dort für die Jugend getan sah. Aus dieser Anregung entstand ein Weg, der Don Peter Chinweike Morba vom Dorf Aguleri im Bundesstaat Anambra nach Sierra Leone, dann zu den 27 Missionsstationen von Koko im Bundesstaat Kebbi und schließlich zur Pfarrei Omole in Lagos führte. Im Jahr 2025 ernannte ihn der Generalobere, Don Fabio Attard, zum Provinzial von Afrika Nigeria Niger: der erste aus diesem Land stammende, der die Provinz mit 173 Mitbrüdern und 19 Häusern in zwei Ländern leitet. Hier erzählt er von seiner Berufung, seinen Lehrmeistern und den Herausforderungen der heutigen Evangelisierung.
Möchten Sie sich den Lesern vorstellen? Wo sind Sie geboren, welchen Weg haben Sie bis heute zurückgelegt?
Mein Name ist Don Peter Morba. Ich wurde am 26. November 1976 in Aguleri, meinem Dorf, im lokalen Regierungsbezirk Anambra East im Bundesstaat Anambra in Nigeria geboren. Ich bin katholischer Priester, Salesianer Don Boscos. Neben zwei Studienabschlüssen in Philosophie und Theologie habe ich ein Postgraduiertendiplom in Pädagogik erworben und absolviere derzeit einen Master in Klinischer Psychologie an der Daystar University in Nairobi, Kenia.
Ich wurde am 7. Juli 2012 in meiner Heimatdiözese, der Erzdiözese Onitsha, zum Priester geweiht. Nach der Weihe wurde ich nach Sierra Leone entsandt, als Verantwortlicher für das Oratorium und als Pfarrvikar. Von dort ging ich nach Koko im Bundesstaat Kebbi, um eine neue Mission der Erstevangelisierung zu gründen: Dort war ich der erste Pfarrer mit 27 Missionsstationen. Dann die Versetzung nach Lagos als Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche im Viertel Omole Phase 1. Während dieser Jahre wurde ich auch zum Provinzvikar ernannt. Nach sechs Jahren in Omole und drei Jahren als Vikar, auch mit der Zuständigkeit für die Ausbildung, vertraute mir der Generalobere, Don Fabio Attard, 2025 mit Zustimmung seines Rates die Provinz ANN an.
Wie haben Sie Ihre salesianische Berufung entdeckt?
Ich bin nicht in einem salesianischen Umfeld aufgewachsen und wusste vor meinem Eintritt nur sehr wenig über diese Ordensfamilie. Ich habe sie durch einen Onkel mütterlicherseits kennen gelernt, der damals geschäftlich in der salesianischen Gemeinschaft in Onitsha war. Da er wusste, dass ich über das Priestertum nachdachte, erzählte er mir davon und ermutigte mich, es zu versuchen: Ihm gefiel, was er dort für die Jugend getan sah. In Onitsha leiteten die Salesianer damals ein Zentrum für technische Ausbildung und Jugendpastoral, das immer voller Aktivitäten war. Ich glaube, das war es, was ihn anzog.
Bei meinem ersten Besuch wurde ich in das Aspirantat aufgenommen. Ich war überrascht, denn alles geschah auf einfache und schnelle Weise. Und seitdem bin ich durch die Gnade Gottes geblieben.
Welche Persönlichkeiten – Heilige, Erzieher, Familienmitglieder – haben Sie am meisten inspiriert?
Der heilige Franz von Assisi und der selige Cyprian Michael Iwene Tansi, der aus demselben Dorf stammt wie ich. Als ich bei den Salesianern eintrat, hat mich vor allem der erste Teil des Lebens des heiligen Johannes Bosco beeindruckt.
Dann gab es die Mitbrüder, die ich während des Aspirantats, des Vornoviziats und des Noviziats kennen gelernt habe: den verstorbenen Don Vittorio Albasini, Don Nicholas Cirrapica, den verstorbenen Don Italo Spagnola und viele andere. Sie hatten großes Gewicht bei meiner Entscheidung und meiner Beharrlichkeit. In der Familie haben mich meine Großmutter, meine Mutter und eine ihrer jüngeren, inzwischen verstorbenen Schwestern gelehrt, Gott zu lieben und ihm das Leben für den Dienst an anderen darzubringen.
Welche Momente der Ausbildung haben Sie am meisten geprägt?
Das Noviziat hatte große Auswirkungen: das Studium der Konstitutionen, das tiefere Eintauchen in die salesianische Spiritualität. Und dann das praktische Praktikum, das für mich sehr bereichernd war. Dort begann ich, einige Führungsqualitäten zu entwickeln und zu lernen, dass bestimmte Entscheidungen nicht nur mein Leben betreffen, sondern auch das der Menschen um mich herum. Und dort habe ich das Präventivsystem, das ich studierte, in die Praxis umgesetzt.
Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie dieselben Entscheidungen treffen?
Ja, ich würde sie wieder treffen. Vielleicht würde ich heute, mit ein paar Jahren mehr, viele Dinge anders angehen. Aber die Entscheidung, mich Gott darzubringen und durch Don Bosco für die Jugend bei ihm zu bleiben, die würde ich immer wieder treffen. Ich habe es nie bereut, Salesianer zu sein: Ich fühle mich in dieser Berufung glücklich und erfüllt.
Wie gehen Sie mit schwierigen Situationen um, wie der Abkehr der Jugend vom Glauben oder von der Kirche?
In Nigeria stellt sich die Herausforderung in anderen Formen dar als in Europa oder Amerika. Es gibt einige Jugendliche, die sich vom Glauben und von der Kirche abwenden und sagen, sie wollen zur Religion ihrer Vorfahren, zur traditionellen Religion zurückkehren; aber das ist noch eine Minderheit. Wir haben viele Jugendliche mit einem festen Glauben, die das Leben der christlichen Gemeinschaft lieben.
Die Herausforderung betrifft vielmehr uns, die wir ihre Glaubenserzieher sind: Wir müssen uns Angebote und Aktivitäten überlegen, die diesen Glauben lebendig halten können. Von uns ist Kreativität und vor allem Verfügbarkeit gefragt, denn es gibt viele Jugendliche, die darum bitten, begleitet zu werden.
Gibt es ein Erlebnis mit den Jugendlichen, das Sie erzählen möchten?
Da gibt es viele. Mir ist das Erlebnis mit den Jugendlichen in Sierra Leone in Erinnerung geblieben, wo ich gleich nach der Weihe gearbeitet habe. Ihre Hingabe hat mich berührt. Selbst wenn wir kein Geld hatten, um ihnen während der Programme etwas zu essen zu geben, brachten viele aus eigener Initiative enorme Opfer. Sie hatten die Mission verstanden und sich voll und ganz eingebracht. Wir organisierten Sensibilisierungstreffen in vielen Schulen und sie animierten alles, ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Ihre Großzügigkeit hat mich wirklich begeistert.
Welchen Platz nimmt das Gebet in Ihrem Tag ein?
Für mich ist das Gebet wie die Luft, die ich atme: Ohne es kann ich nicht auf den Beinen bleiben. Ich bringe praktisch alles vor Gott. Es ist der einzige Bereich, in dem ich keine Kompromisse akzeptiere. Und heute brauche ich es mehr denn je, wegen der Verantwortung, die mir anvertraut wurde: 173 Mitbrüder und 19 salesianische Häuser in zwei Ländern, Nigeria und Niger.
Wie würden Sie die salesianische Spiritualität in wenigen Worten beschreiben?
Freudig und einfach. Ich glaube, das ist es, was sie für junge Menschen attraktiv macht.
Was sind heute die großen Herausforderungen der Evangelisierung und der Mission?
Für mich ist es, den Menschen zu helfen, ihr Herz allein Gott zu schenken. Die Ablenkungen sind zahlreich, und viele Herzen tun sich schwer, warm zu bleiben, sie werden abgelenkt von den Dingen Gottes.
Was könnte man mehr und besser machen?
Weiterhin beten und ein Leben des Zeugnisses führen. Worte allein reichen nicht mehr aus: Die Menschen müssen sehen, dass wir das Evangelium leben.
Arbeiten Sie mit Laien, mit den Don-Bosco-Schwestern, mit anderen Gruppen der Don-Bosco-Familie zusammen?
Gewiss. Die salesianische Mission ist größer als eine einzelne Person oder eine einzelne Gruppe: Don Bosco wusste das sehr wohl, und deshalb lud er viele ein, sich ihm anzuschließen. Einmal im Jahr haben wir ein Treffen, das alle Mitglieder der Don-Bosco-Familie zusammenbringt: Wir tauschen uns über unsere Missionen aus, hören einander zu und planen gemeinsam die Zukunft. Alle sind Teil der Mission, einschließlich unserer Fahrer, Hausmeister und Köche.
Welchen Rat würden Sie einem jungen Menschen geben, der sich über eine Ordens- oder Priesterberufung Gedanken macht?
Sein Herz für Gott offen zu halten. Im Umfeld und inmitten des Volkes Gottes zu bleiben. Und Stille und Meditation zu lernen: Sie werden ihm helfen zu verstehen, was Gott ihm sagt.
Welche Botschaft möchten Sie der heutigen Jugend vermitteln?
Im Leben fokussiert zu bleiben. Gott zu ihrem Freund zu machen. Großzügig mit dem eigenen Leben und mit dem, was sie haben, zu sein, anstatt sich auf sich selbst zurückzuziehen.

