Lesezeit: 5 min.
Am 10. und 11. Oktober 2026 erlebt Balasar zwei historische Tage. Die sterblichen Überreste der seligen Alexandrina Maria da Costa, einer Salesianischen Mitarbeiterin, werden aus der Pfarrkirche der heiligen Eulalia in das neue Eucharistische Heiligtum überführt, das am darauffolgenden Tag vom Apostolischen Nuntius in Portugal geweiht wird. Das Gebäude wurde auf der Grundlage ihrer Schriften entworfen: ein Zelt, das den Tabernakel birgt, ein Kreuz, das die Konstruktion trägt, ein Dach in Form eines Mantels. Dreizehn Jahre und sieben Monate lang lebte Alexandrina ausschließlich von der Eucharistie; nun wird sie, wie sie es sich gewünscht hatte, dem Tabernakel zugewandt ruhen. Gemeinsam mit ihr beten das Erzbistum Braga, die Salesianische Familie und Tausende von Gläubigen auf der ganzen Welt um Frieden und ihre Heiligsprechung.
Im Norden Portugals, nur wenige Kilometer von Braga entfernt, liegt ein kleines Dorf, das seit Jahrzehnten Pilger aus allen Teilen der Welt anzieht. Jedes Jahr verweilen rund 150.000 Menschen im Gebet am Grab der seligen Alexandrina Maria da Costa (1904–1955), und 250.000 nehmen an den Eucharistiefeiern teil. Ab Oktober wird diese stille Pilgerschar ein neues Zuhause haben: das Eucharistische Heiligtum von Balasar, das den Leichnam der Seligen für immer aufnehmen wird. Für das Erzbistum Braga, die Gemeinde Balasar und die zahlreichen Gläubigen auf der ganzen Welt ist dies ein Ereignis von großer kirchlicher wie auch gesellschaftlicher Bedeutung.
Zwei Tage der Gnade
Am Samstag, dem 10. Oktober, um 10 Uhr wird der Erzbischof von Braga, Msgr. José Cordeiro, die Überführung der sterblichen Überreste Alexandrinas aus der Pfarrkirche der heiligen Eulalia in die ihr gewidmete Kapelle im neuen Heiligtum leiten.
Am folgenden Tag, Sonntag, dem 11. Oktober, um 16 Uhr wird der Apostolische Nuntius in Portugal, Msgr. Andrés Carrascosa Coso, im Beisein der höchsten kirchlichen und weltlichen Würdenträger die Weihe des Heiligtums und seines Altars vornehmen. Zu den Gästen wird auch der Provinzial der Salesianer in Portugal, Pater Tarcizio Morais, gehören. Seine Anwesenheit ist ein Zeichen der tiefen Verbundenheit Alexandrinas mit der Familie Don Boscos, der sie als Salesianische Mitarbeiterin angehörte und in der sie in den letzten Jahren ihres Lebens im Salesianer Pater Umberto Pasquale einen geistlichen Begleiter fand.
Hunderte von Gläubigen werden vor allem aus Portugal, Italien und Spanien anreisen. Viele weitere werden die Feierlichkeiten über die Medien verfolgen.
Eine aus dem Gebet erwachsene Architektur
Das Heiligtum mit 1.800 Sitzplätzen ist nicht nur ein großer Raum für Pilger. Es wurde so gestaltet, dass es die eucharistische und marianische Spiritualität bewahrt und vermittelt, die Alexandrina in ihrem außergewöhnlichen mystischen Erleben verkörperte. Das Projekt entstand aus einer sorgfältigen Beschäftigung mit ihren Schriften und ihrem Leben und vermittelt uns noch heute die Botschaft, die Gott uns durch sie übermitteln will.
Entworfen wurde es vom Centro Ave Arte di Loppiano unter der künstlerischen Leitung der Architektin Elena di Taranto. Das Zentrum beschreibt seine Arbeitsweise folgendermaßen: „Indem das Zentrum das Fachwissen von Architekten, Malern und Bildhauern vereint, versteht es liturgische Kunst als gemeinschaftlichen Ausdruck von Schönheit und Gemeinschaft, bei dem jedes Element – von der Architektur über die Ausstattung bis hin zu den Glasfenstern und Mosaiken – darauf ausgerichtet ist, durch eine zeitgenössische künstlerische Sprache die spirituelle Begegnung und das Gebet zu fördern.“
Vier Bilder prägen das gesamte Gebäude.
Das Zelt. Elena di Taranto gab dem Heiligtum die Form eines „Zeltes“, das an das „Zelt in der Wüste“, an das „Zelt der Begegnung Gottes“ mit seinem Volk auf der Wanderung durch die Wüste ins Gelobte Land erinnert.
Der Tabernakel. In der Mitte des Zeltes steht der Tabernakel, der die Gegenwart Jesu in der allerheiligsten Eucharistie birgt. Das ist keine bloße dekorative Entscheidung: Alexandrina war ein lebendiges eucharistisches Wunder. Von 1942 bis zu ihrem Tod nahm sie dreizehn Jahre und sieben Monate lang außer der Kommunion keine andere Nahrung zu sich. Der Herr hatte ihr die verlassenen Tabernakel anvertraut und sie zu einem Leben der Vereinigung mit ihm und der Sühne für die Vernachlässigung, Gleichgültigkeit und Sakrilegien gegenüber der allerheiligsten Eucharistie berufen.
Das Kreuz. Auf dem Bauwerk erhebt sich das Kreuz, das tragende Element der gesamten Konstruktion. Von ihm aus entwickelte sich die Architektur des Heiligtums; im Inneren liegt genau darunter die Eucharistiekapelle. „Das Kreuz ist der Schlüssel zum Himmel“, sagte Jesus zu Alexandrina. Seit 1925 ans Bett gefesselt, war sie berufen, vereint mit dem Gekreuzigten zu leben und ihr Leiden für die Rettung der Seelen, den Frieden in der Welt und die Heiligung der Kirche aufzuopfern.
Der Mantel. Das Dach hat die Form eines „Mantels“ und ist ein Zeichen ihrer marianischen Spiritualität. In ihrem mystischen Erleben empfing Alexandrina von Jesus und der Jungfrau den Mantel Mariens: Vereint mit der Liebe und dem Schmerz der Mutter sollte sie die ganze Welt mit deren Mantel der Liebe und des Schmerzes umhüllen und schützen. Im Himmel hat sie nun Anteil an der Mutter.
Glasfenster, die Geschichten erzählen
Die großen Glasfenster, die liturgische Ausstattung und die Paramente sind Werke der portugiesischen Künstlerin Dina Figueiredo. Ihre Glasfenster schmücken Kirchen, Heiligtümer und Kapellen in vielen Ländern: von Italien mit dem berühmten Heiligtum Maria Theotokos in Loppiano bis Spanien, von Portugal bis Japan, von Panama bis Irland.
Viel Raum ist dem Glasfenster zu Leiden, Tod und Auferstehung gewidmet. Es zeigt Alexandrina, die sich am Kalvarienberg ganz mit Jesus identifiziert, in dem Augenblick, in dem sie der Mutter begegnet. In ihrem Tagebuch beschreibt sie, wie sich ihre Blicke trafen: „Sie sah mich an und ich sah sie an. Unsere Herzen vereinten sich im selben Schmerz und trennten sich nicht mehr.“ „Der Schmerz und das Martyrium verwandelten sich in Blut, das den ganzen Kalvarienberg tränkte und mit ihm die ganze Menschheit.“ Und sie betet: „Möge dein Leiden, o mein Jesus, meine Seele durch jene Liebe und Gnade auferstehen lassen, nach der sich mein Herz so sehr sehnt. O Jesus, ich will heilig werden!“
Ein weiteres Glasfenster zeigt ein anderes marianisches Erlebnis: Die Jungfrau überreicht ihr ihren königlichen Mantel. „Ich sehe Mütterchen zu meiner Rechten. Sie küsste mich, streichelte mich, nahm mich auf ihren Schoß und bedeckte mich mit ihrem blauen, goldgesäumten Mantel: Es war der Mantel der Königin. In diesem Augenblick hatte ich das Gefühl, als läge die ganze Welt im Schatten dieses himmlischen Mantels.“ Im Dezember 1942 wurde diese Gabe zu einer Sendung: gemeinsam mit der Mutter die Welt mit Liebe und Schmerz zu umhüllen, die für ihre Rettung dargebracht wurden.
Ein ebenerdiges Grab
In der Kapelle der Seligen wird ein ebenerdiges Grab angelegt, Ausdruck der Schlichtheit und Demut Alexandrinas. Wie sie selbst in ihrem Tagebuch darum gebeten hatte, wird ihr Leichnam dem Tabernakel zugewandt sein. Auf dem Boden befinden sich ein Kreuz, eine Dornenkrone und eine Statue der Jungfrau Maria. Die Kapelle wird ringsum wie ein Garten gestaltet, mit Rosen und Passionsblumen, den Blumen der Passion.
Auf das Fest am 13. Oktober zu
Die Feierlichkeiten dauern bis zum liturgischen Gedenktag der Seligen am 13. Oktober. Am Abend des 12. Oktober zieht eine Lichterprozession von Alexandrinas Haus zum Heiligtum, wo anschließend eucharistische Anbetung stattfindet. Am 13. Oktober wird die heilige Messe mit der Krankensegnung gefeiert; den Abschluss bildet die Weihe an das Unbefleckte Herz Mariens. Der Rektor des Heiligtums, Monsignore Manuel Casado Neiva, wird der Feier vorstehen.
Drei Anliegen werden die Tage vom 10. bis 13. Oktober begleiten:
der Frieden in der Welt;
die Heiligsprechung der seligen Alexandrina;
der Dank für das neue Heiligtum.
Gerade im Hinblick auf die Heiligsprechung hat ein Salesianer eine Novene vorbereitet, die in sieben Sprachen übersetzt wurde (Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Deutsch und Polnisch). Sie soll an den neun Tagen vor der Überführung, vom 1. bis zum 9. Oktober, gebetet werden. Alternativ oder zusätzlich wird das Rosenkranzgebet empfohlen.
Für das Geschenk der seligen Alexandrina an die Kirche und die Menschheit und für dieses neue, wunderschöne Eucharistische Heiligtum bleibt uns nur zu sagen: „MAGNIFICAT, ANIMA MEA DOMINUM!“
Maria Rita Scrimieri

