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Gestern wurde der Salesianer Don Elia Comini in der Basilika San Petronio in Bologna gemeinsam mit dem Dehonianer Pater Martino Capelli und dem Diözesanpriester Don Ubaldo Marchioni seliggesprochen. Die drei waren Märtyrer von Monte Sole im Herbst 1944. Don Elia war 34 Jahre alt. Er war kein Held, den der Krieg über Nacht hervorgebracht hatte: Sein geistliches Tagebuch, das «liebe Büchlein», das er sechzehn Jahre lang führte, zeigt einen jungen Mann, der Tag für Tag gegen seinen eigenen Stolz kämpfte, die Messe in den Mittelpunkt seines Tages und die Jugendlichen in den Mittelpunkt seines Herzens stellte und sich lange auf die Hingabe seiner selbst vorbereitete. Als die Stunde kam, entschied er sich, bei den Menschen zu bleiben, die ihm anvertraut waren, und den Sterbenden entgegenzugehen. Das sind die Tugenden eines Sohnes Don Boscos, den die Kirche heute allen als Vorbild vor Augen stellt.
Sonntag, 27. September 2026, San Petronio. Kardinal Marcello Semeraro, Präfekt des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse und päpstlicher Delegat, verlas die Seligsprechungsformel. Mit ihm zelebrierten der Erzbischof von Bologna, Kardinal Matteo Zuppi, Kardinal Ángel Fernández Artime, der Generalobere der Salesianer Don Fabio Attard und der Generalobere der Dehonianer Pater Carlos Luis Suárez Codorniú. Das Dekret über das Martyrium war am 18. Dezember 2024 verkündet worden. Am Ende eines langen Weges erkennt die Kirche an, dass diese drei Priester getötet wurden, weil sie bis zuletzt Hirten geblieben waren. Ihr Blut vermischte sich mit dem der 770 Opfer der Massaker von Monte Sole.
Von Don Elias Leichnam ist nichts geblieben. Das Wasser der «Botte» der Hanfverarbeitungsanlage in Pioppe di Salvaro, wo er am 1. Oktober 1944 von Maschinengewehrfeuer getroffen wurde, trug ihn in den Reno. Geblieben ist jedoch sein schwarzes Notizbuch mit 81 kleinen Seiten, das heute in Treviglio aufbewahrt wird. Pierluigi Cameroni, Generalpostulator, hat es gerade unter einem Titel neu herausgegeben, der bereits Programm ist: «Liebes Büchlein». «Wenn das Martyrium Don Elias letzter Akt ist», schreibt er, «dann ist das Tagebuch die Fortsetzung der Stimme des Märtyrers.» Aus diesen Seiten und den Zeugnissen derer, die ihn kannten, treten die Züge seiner Heiligkeit hervor.
Ein Sohn des Apennins und Don Boscos
Elia wurde am 7. Mai 1910 in Calvenzano di Vergato geboren, nahe der Wallfahrtskirche Madonna del Bosco. Sein Vater Claudio war Tischler, seine Mutter Emma Limoni Schneiderin. In Salvaro wurde der Erzpriester Msgr. Fidenzio Mellini, der als junger Mann Don Bosco in Valdocco kennengelernt hatte, für ihn zu einem zweiten Vater und führte ihn zu den Salesianern. Es folgten das Aspirantat in Finale Emilia, das Noviziat in Castel de’ Britti, die erste Profess 1926 und das Philosophiestudium in Valsalice, nahe dem Grab Don Boscos. Danach kamen das Praktikum, die ewige Profess in Chiari am 8. Mai 1931 und die Priesterweihe im Dom von Brescia am 16. März 1935. 1939 schloss er sein Literaturstudium an der Königlichen Universität Mailand mit einer Arbeit über Tertullian ab: Die Auferstehung des Fleisches. Er unterrichtete die Aspiranten in Chiari San Bernardino und ab 1941 am Salesianischen Institut in Treviglio. Im Sommer 1944 kehrte er nach Salvaro zurück, um seiner verwitweten, aus ihrem Zuhause vertriebenen Mutter beizustehen. So befand er sich «mitten im rückwärtigen Kriegsgebiet».
Demut: ein lebenslanger Kampf
Die erste Tugend, die das Tagebuch erkennen lässt, ist eine mühsam errungene Demut, keine Eigenschaft, die ihm einfach in die Wiege gelegt worden wäre. Mit siebzehn Jahren gab ihm sein Beichtvater Don Antonio Cojazzi die Demut als Vorsatz auf, und Elia hielt sein Leben lang daran fest. Er schreibt mit entwaffnender Offenheit über sich selbst: «Mein unermesslicher Stolz macht mich taub, aber du [Don Bosco], klopf kräftig an, dann wirst du sehen, dass du diesem sturen Köpfchen Vernunft beibringen kannst.» Selbstironisch stellt er fest: «Ich schwitze aus allen Poren Demut!» Im Juli 1930, nach den Reifeprüfungen, betet er: «Ich vergöttere mein eigenes Ich. Herr, helft mir, zeigt mir, dass ich im Unrecht bin, macht mich demütig von Herzen wie Ihr: Was für eine Gnade Ihr mir damit erweisen würdet! Größer als das Bestehen der Prüfung.»
Als er seinen Abschluss macht, prahlt er nicht damit. Am Vorabend hatte er Gott «Demut und Verborgenheit und die Anerkennung, dass alles von Ihm kommt» versprochen. Die Schüler wussten nicht einmal, dass er an der Universität studierte; sie sahen nur die Ergebnisse. 1943 fasst er in der Wallfahrtskirche von Caravaggio seinen Weg so zusammen: «Ama nesciri et pro nihilo reputari […] Gebt mir den Mut und die Kraft, mein Ich unerbittlich zu ersticken […] Leiden, kämpfen, beten und schweigen!»
Ein Priester, der ganz Jesus gehört
Am Vorabend seiner Priesterweihe verfasst er in Montodine eine «Lebensregel für den Priester», die er bis zu seiner letzten Messe am Herzen, in der Brusttasche seiner Soutane, tragen wird. Die Messe «wird im Mittelpunkt meines Tages stehen». Das Brevier «wird für mich das schönste und wichtigste Gebet sein», und er will es möglichst vor dem Tabernakel beten. Sein Wahlspruch stammt von seinem früheren Novizenmeister Don Luigi Terrone: «Alles und immer für das Heiligste Herz und im Heiligsten Herzen.» Am Tag seiner Diakonenweihe hatte er geschrieben: «Ich kann Jesus mit meinen [Händen] berühren: der Traum meiner Kindheit.» Aus diesen Seiten spricht eine schlichte, aber glühende Frömmigkeit, die sich Maria, der Hilfe der Christen, anvertraut: «Dir kommt die Aufgabe zu, mich Jesus vorzustellen und mich ihm für immer darzubringen.»
Wer ihn beten sah, vergaß es nicht. Ein ehemaliger Schüler aus Treviglio, der sich während eines Spiels in der Kapelle versteckt hatte, fand ihn «in der letzten Bank kniend und in tiefes Gebet versunken». Einem Ministranten, der ihn zu einem Kranken begleitete, vertraute er an: «Siehst du, was für eine große Würde das Priestertum ist: Der Priester kann Jesus in seinem Herzen tragen und ihn als göttlichen Trost zu denen bringen, die leiden.»
Erzieher mit dem Herzen Don Boscos
«Die Jugendlichen, alle Jugendlichen, werden den bevorzugten Platz in meinem Herzen haben.» Der Vorsatz von 1935 wird zu seiner Lebenshaltung. Schon als Kleriker hatte er sich «sanftmütige Liebe, Liebe im Geist Don Boscos, familiäre Liebe […] besonders im Umgang mit den Jungen» vorgenommen. Die Zeugen bestätigen es. Don Luigi Calonghi erinnert sich an ihr erstes Gespräch: «Es überraschte mich, dass er mir zuhörte; er brachte mich zum Nachdenken, nahm mich ernst.» Don Pietro Gianola sah in ihm «eine beständige und uneingeschränkte Freundschaft», eine Freundschaft, die der Erziehung diente. In Treviglio bat er die Schüler, ein «persönliches, vertrauliches Tagebuch» zu führen. Wenn er eine Seite daraus im Unterricht lesen wollte, bat er den Verfasser immer zuerst um Erlaubnis.
Niemand erinnert sich daran, dass er wütend wurde oder die Stimme erhob. «Ich habe ihn immer nur lächeln sehen», sagt ein ehemaliger Schüler. Und als die Jungen aus Chiari ihm voller Reue schrieben und um Verzeihung baten, notierte er: «Die armen Schüler, eigentlich müsste ich sie um Verzeihung bitten.»
Gehorsam und Treue zur Pflicht
Don Elia verschweigt nicht, dass ihm auch der Gehorsam schwerfiel: «Dieses Jahr habe ich über meine Oberen gemurrt wie kaum jemand sonst.» Daraufhin nimmt er sich vor, «allen, die mir vorgesetzt sind, von Herzen ex corde zu folgen, in allem, selbst in den kleinsten Dingen». 1942 kann er in Treviglio schreiben: «Der Gehorsam, den ich im Glauben zu üben versucht habe, hat mir sichtbar den Segen des Herrn eingebracht.» Die Treue zur täglichen Pflicht wird zum Boden, auf dem seine Heiligkeit wächst. Cameroni betont: Sein Handeln war «keine plötzliche Reaktion auf die Gräueltaten des Krieges, sondern […] die logische Folge einer gewissenhaften täglichen Askese».
Die Selbsthingabe, über Jahre vorbereitet
Der erstaunlichste rote Faden des Tagebuchs ist der Wunsch, sich ganz hinzugeben. 1929, am Vorabend der Erneuerung seiner Gelübde, schreibt er: «Nimm mich auch als Sühneopfer an, obwohl ich es nicht verdiene.» 1931: «Lasst mich mich Euch in wahrem Frieden ganz zum Opfer bringen.» Am Tag seiner Priesterweihe bittet er Jesus um zwei Gnaden: «lieber den Tod, als meiner priesterlichen Berufung untreu zu werden» und «heroische Liebe zu den Seelen». 1939 fügt er hinzu: «Wenn du, Jesus, von mir einen heroischen Akt der Großherzigkeit verlangst, bin ich mit deiner Gnade bereit.» 1941: «Ich will mich darauf vorbereiten, mich selbst ganz zu opfern: Nur so werde ich wirklich siegreich sein.»
Standhaftigkeit trotz Angst, Nächstenliebe bis zuletzt
Die letzte Seite des Tagebuchs ist auf den 22. Juli 1944 datiert und berührt durch ihre Menschlichkeit: «Ich bin mitten im rückwärtigen Kriegsgebiet gelandet, mit all seinen Risiken und Gefahren. Ich sehne mich sehr nach meinem Kolleg und meinen Mitbrüdern. Wenn ich könnte, würde ich morgen nach Treviglio aufbrechen.» Don Elia war kein Schwärmer auf der Suche nach dem Martyrium. Er war ein Mann, der Angst hatte und trotzdem blieb.
In jenen drei Monaten wird das Pfarrhaus von Salvaro zur «Gemeinschaft der Arche», wie Msgr. Luciano Gherardi sie nannte. Msgr. Mellini nimmt Flüchtlingsfamilien sogar im Baptisterium auf. Don Elia hört Beichte, erteilt Katechismusunterricht, beerdigt die Toten und vermittelt zwischen der Bevölkerung, den Partisanen und den Nationalsozialisten. In den Nächten der Bombenangriffe summt er Lieder und erzählt den Kindern vom Leben Don Boscos, bis ihre Angst vergeht.
Am 29. September, dem Fest des heiligen Michael, feiert er seine letzte Messe und lässt den Reueakt beten. Dann versteckt er etwa siebzig Männer in einem großen Raum hinter der Sakristei, den ein Schrank vor Blicken abschirmt: Sie alle werden überleben. Als die Nachricht vom Massaker in Creda eintrifft, nehmen er und Pater Martino die Stola, die heiligen Öle und die Eucharistie mit. Leichenblass antwortet er denen, die ihn zurückhalten wollen: «Wir müssen gehen, es ist unsere Pflicht!», und fügt hinzu: «Gehen wir und bringen wir den Herrn zu unseren Brüdern». Die beiden Priester werden gefangen genommen, ihrer priesterlichen Insignien beraubt und gezwungen, Munition «wie Lasttiere» zu transportieren. Dann sperrt man sie zusammen mit den bei der Razzia Festgenommenen in den Stall der Hanfverarbeitungsanlage in Pioppe. Dort trösten sie die Gefangenen und nehmen einander die Beichte ab. Zur Oberin der Schwestern sagt Don Elia vom Fenster aus: «Wer Nächstenliebe übt, muss dafür büßen», und verabredet sich mit ihr im Paradies. Auch bei seinen Vermittlungsversuchen ist sein Wunsch klar: Rettung für alle, ohne Bevorzugung.
Bei Sonnenuntergang am 1. Oktober werden die beiden Priester zusammen mit den anderen zum Tode Verurteilten zur Botte gebracht. Zeugen hören Don Elia die Marienlitanei anstimmen. Dann fallen die Schüsse, und ein letzter Schrei ertönt: «Erbarmen!» Ein Soldat schlägt ihm auf die Hände, und das Brevier fällt ins schlammige Wasser. Sein Körper wird für Pio Borgia, einen der ganz wenigen Überlebenden, der später davon berichten kann, zum Schutzschild.
Die Sonne auf dem Herzen
Auf einer Seite aus dem Jahr 1928 notierte der junge Elia, dass der heilige Thomas und der heilige Franz von Sales «mit der Sonne auf dem Herzen gemalt» seien. Don Cameroni hat dieses Bild gewählt, um Elias Leben zusammenzufassen. Es ist ein inneres Licht, das in der Nacht der Gewalt nicht erlischt: mühsam gesuchte Demut, treues Gebet, liebevolle Erziehung, Gehorsam, Nächstenliebe bis zum Äußersten.
Heute ist Don Elia Comini selig. Die Salesianer erinnert er daran, dass das Da mihi animas, cetera tolle, das er sich mit einundzwanzig Jahren «für mein ganzes Leben» zu eigen machen wollte, bis zur Hingabe des eigenen Blutes führen kann. Alle erinnert er daran, dass man auch lieben kann, wenn man große Angst hat. Und daran, dass die Heiligkeit in den alltäglichen Einträgen eines kleinen Notizbuchs heranreift, lange bevor die Stunde der Prüfung schlägt.

