{"id":55591,"date":"2026-11-07T07:39:26","date_gmt":"2026-11-07T07:39:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.donbosco.press\/?p=55591"},"modified":"2026-11-07T07:39:33","modified_gmt":"2026-11-07T07:39:33","slug":"botschaften-des-seligen-elia-comini-martyrer-von-monte-sole","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/unsere-heiligen\/botschaften-des-seligen-elia-comini-martyrer-von-monte-sole\/","title":{"rendered":"Botschaften des seligen Elia Comini, M\u00e4rtyrer von Monte Sole"},"content":{"rendered":"<p><em><i>Am 27. September 2026 hat die Kirche in der Basilika San Petronio in Bologna drei junge Priester seliggesprochen, die beim Massaker von Monte Sole get\u00f6tet wurden: den Salesianer Don Elia Comini, den Dehonianer Pater Martino Capelli und den Di\u00f6zesanpriester Don Ubaldo Marchioni. Don Elia war vierunddrei\u00dfig Jahre alt, als er am 1. Oktober 1944 an der \u201eBotte\u201c von Pioppe di Salvaro ums Leben kam. Bis zuletzt war er bei den Menschen geblieben, f\u00fcr die er da war. Von ihm ist nur wenig geblieben: ein Notizbuch mit schwarzem Einband, eine Lebensordnung, die er am Vorabend seiner Priesterweihe verfasste, und die Erinnerung derer, die ihm ihr Leben verdanken. Das gen\u00fcgt, um eine klare Botschaft zu erkennen, die sich an junge Menschen, an Priester, an alle, die sich f\u00fcr den Frieden einsetzen, und an die gesamte Salesianische Familie richtet.<\/i><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor wenigen Tagen begingen die Kirche von Bologna und die Salesianische Familie eine Feier, auf die sie lange gewartet hatten. Kardinal Marcello Semeraro, Pr\u00e4fekt des Dikasteriums f\u00fcr die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, leitete im Namen von Papst Leo XIV. die Seligsprechung des Salesianers Don Elia Comini, des Dehonianers Pater Martino Capelli und des Priesters der Erzdi\u00f6zese Bologna Don Ubaldo Marchioni. Es waren drei junge Priester: Der j\u00fcngste war sechsundzwanzig, der \u00e4lteste vierunddrei\u00dfig Jahre alt. Sie wurden zwischen dem 29. September und dem 1. Oktober 1944 w\u00e4hrend des Massakers von Monte Sole im Bologneser Apennin get\u00f6tet. Dort ermordete die SS Hunderte Zivilisten, vor allem Frauen, \u00e4ltere Menschen und Kinder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Don Elia wurde 1910 in Calvenzano di Vergato geboren, in eben diesen Bergen. Er war seit 1935 Priester und unterrichtete Literatur in den salesianischen Einrichtungen von Chiari und sp\u00e4ter von Treviglio. Im Sommer 1944 kehrte er nach Salvaro zur\u00fcck, um bei seiner Mutter zu sein und dem betagten Pfarrer, Monsignore Fidenzio Mellini, zu helfen. Das Pfarrhaus war inzwischen voller Menschen, die aus ihren H\u00e4usern hatten fliehen m\u00fcssen. Als er am 29. September von dem Massaker in Creda erfuhr, eilte er mit Pater Martino dorthin, um den Sterbenden die Sakramente zu spenden. Die beiden wurden verhaftet und am Abend des 1. Oktober zusammen mit anderen Gefangenen an der \u201eBotte\u201c der Hanfverarbeitungsanlage von Pioppe di Salvaro get\u00f6tet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenige Tage nach der Seligsprechung liegt die Frage nahe, was uns dieser junge salesianische Priester heute zu sagen hat. Aus seinem Leben und seinen Schriften lassen sich vier Botschaften f\u00fcr vier verschiedene Gruppen von Menschen gewinnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em><b><i>An die jungen Menschen<\/i><\/b><\/em><\/strong>: Niemanden zur\u00fccklassen und das eigene Leben f\u00fcr andere hingeben \u2013 mit der Kraft eines unbewaffneten Herzens, das lieben, vergeben und hoffen kann. Sein \u201eliebes B\u00fcchlein\u201c, das pers\u00f6nliche Tagebuch und eine der wenigen erhaltenen \u201eReliquien\u201c, begann Elia am 31. Dezember 1927 in Valsalice, als er sechzehn Jahre alt und erst seit wenigen Monaten Salesianer war. In diesem kleinen Notizbuch mit schwarzem Einband lernte er, an sich selbst zu arbeiten, und nutzte es wie einen Spiegel:<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Innerlichkeit als Gegenmittel gegen Zerstreuung<\/b><\/strong>. In einer Zeit, in der das eigene Leben in den sozialen Medien zur Schau gestellt wird, erinnert das Tagebuch daran, dass es einen gesch\u00fctzten Raum gibt, in dem man ehrlich zu sich selbst und zu Gott sein kann. Don Elia empfahl das Tagebuchschreiben auch seinen Sch\u00fclern: Er brachte ihnen bei, ein pers\u00f6nliches, nur f\u00fcr sie bestimmtes Tagebuch zu f\u00fchren und darin frei \u00fcber ihre Tr\u00e4ume zu schreiben. So sollten sie sich selbst besser kennenlernen und zu reifen Lebensentscheidungen finden.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Heiligkeit als Weg, nicht als spontane Eingebung<\/b><\/strong>. Das Tagebuch zeigt, dass die Hingabe seines Lebens an der Botte von Pioppe keine pl\u00f6tzliche Heldentat war, sondern das Ergebnis von siebzehn Jahren Vorbereitung. Gro\u00dfe Entscheidungen werden durch die kleinen Treuebeweise des Alltags vorbereitet.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Die Freiheit, dem Guten auch gegen die eigenen W\u00fcnsche zu folgen<\/b><\/strong>. Der letzte Eintrag vom 22. Juli 1944 bringt seine Sehnsucht zum Ausdruck, nach Treviglio, in sein Salesianerhaus, zur\u00fcckzukehren, w\u00e4hrend seine Pflicht ihn in Salvaro hielt. Jungen Menschen sagt er damit: Wahre Liebe verlangt manchmal, dort zu bleiben, wo man nicht sein m\u00f6chte, weil jemand einen dort braucht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em><b><i>An die Priester<\/i><\/b><\/em><\/strong>: W\u00e4hrend der geistlichen Exerzitien vor seiner Priesterweihe im M\u00e4rz 1935 verfasste Don Elia eine Lebensordnung in neun Punkten. Sie reichte vom Streben nach Heiligkeit bis zur Wiederholung des Gelernten. Im Mittelpunkt stand die Verantwortung f\u00fcr die Seelen. Dazu schrieb er einen Satz, der f\u00fcr jeden salesianischen Priester ein Lebensprogramm sein kann: \u201eDie jungen Menschen, alle jungen Menschen, werden einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.\u201c Diese Lebensordnung ist wie ein Lackmustest f\u00fcr echte priesterliche Identit\u00e4t, die sich durch Folgendes auszeichnet:<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Eine erkennbare Identit\u00e4t<\/b><\/strong>. Wer ihm begegnete, sollte in ihm nicht einfach den Menschen, sondern den Priester, einen Diener Jesu, erkennen. Nicht sich selbst zur Schau stellen, sondern Christus sichtbar werden lassen;<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Eine konkrete Lebensordnung. S<\/b><\/strong>tudium, Gebet, br\u00fcderliche Liebe: Priesterliche Heiligkeit erw\u00e4chst aus einem geordneten Leben und \u00fcberpr\u00fcfbaren Entscheidungen, nicht aus allgemeinen guten Vors\u00e4tzen;<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Treue bis zum Ende<\/b><\/strong>. Bei seiner Weihe bat er Jesus, lieber sterben zu d\u00fcrfen, als seiner priesterlichen Berufung untreu zu werden. Neun Jahre sp\u00e4ter erf\u00fcllte sich diese Bitte an der \u201eBotte\u201c von Pioppe di Salvaro;<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Priesterliche Br\u00fcderlichkeit<\/b><\/strong>. Obwohl er und Pater Martino verschiedenen Ordensgemeinschaften angeh\u00f6rten, suchte Don Elia das Verbindende statt des Trennenden. Er entschied sich f\u00fcr Zusammenarbeit statt Konkurrenz und stellte als junger Mann seine Kr\u00e4fte in den Dienst des betagten Pfarrers Monsignore Mellini. Eine eindringliche Lehre f\u00fcr Priester, die oft von Einsamkeit und Ersch\u00f6pfung gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em><b><i>An alle, die sich f\u00fcr Frieden und Vers\u00f6hnung einsetzen<\/i><\/b><\/em><\/strong>: Das Martyrium von Monte Sole war keine unbesonnene Heldentat. Als ihm alle davon abrieten, nach Creda zu gehen, wo die SS ein Massaker ver\u00fcbt hatte, war Don Elia so blass, dass er bereits wie ein Toter aussah, und bat darum, f\u00fcr ihn zu beten. Frieden schafft man nicht ohne Angst, sondern trotz der Angst.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Zuallererst Menschenleben sch\u00fctzen<\/b><\/strong>. Er versteckte 60 bis 70 M\u00e4nner in einem Raum der Sakristei und schob einen gro\u00dfen Schrank vor die T\u00fcr. Trotz dreier Durchsuchungen durch die SS wurde niemand entdeckt. Wer Frieden stiftet, braucht Verstand und muss tatkr\u00e4ftig handeln; gute Absichten allein gen\u00fcgen nicht.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Unbewaffnet zu den Opfern gehen<\/b><\/strong>. Mit Pater Martino Capelli machte er sich auf den Weg, ausger\u00fcstet mit Stola, heiligen \u00d6len und der Eucharistie: keine Waffen, nur Zeichen der Barmherzigkeit. Das ist die \u201eunbewaffnete Hoffnung\u201c, von der Papst Leo XIV. spricht \u2013 ein Zeugnis daf\u00fcr, dass das Gute das B\u00f6se besiegt.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Den Preis der N\u00e4chstenliebe annehmen<\/b><\/strong>. Als Schwester Alberta Taccini ihn fragte, warum er gefangen sei, antwortete er: \u201eWer N\u00e4chstenliebe \u00fcbt, muss daf\u00fcr einen Preis zahlen.\u201c<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Bis zuletzt nicht hassen<\/b><\/strong>. W\u00e4hrend der Hinrichtung stimmte er die Lauretanische Litanei an und verwandelte die Reihe der Verurteilten in eine betende Prozession. Mit seinem K\u00f6rper schirmte er einen Mann ab, der \u00fcberlebte, w\u00e4hrend Pater Martino um Vergebung bat und die Opfer mit dem Kreuzzeichen segnete. Ihre Hingabe schloss Opfer wie T\u00e4ter ein: Vers\u00f6hnung bedeutet, das eigene Herz nicht der Logik des Feindes zu \u00fcberlassen. Wer sich heute angesichts naher und ferner Kriege und gesellschaftlicher Polarisierung f\u00fcr den Frieden einsetzt, wird durch Monte Sole daran erinnert, dass das Gedenken an die M\u00e4rtyrer der ganzen Gemeinschaft geh\u00f6rt und uns aufruft, immer auf der Seite der Opfer zu stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em><b><i>An die Salesianische Familie: das Pr\u00e4ventivsystem in der Bew\u00e4hrungsprobe<\/i><\/b><\/em><\/strong>. Don Elia zeigt, dass Vernunft, Religion und liebevolle Zuwendung auch dann tragen, wenn der \u201eHof\u201c zum Kriegsschauplatz wird.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Liebevolle Zuwendung zu den Schw\u00e4chsten<\/b><\/strong>. In Chiari und Treviglio unterst\u00fctzte er Sch\u00fcler, die Schwierigkeiten hatten, mit G\u00fcte und Geduld, ohne sie jemals zu dem\u00fctigen.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Pr\u00e4senz und Begleitung<\/b><\/strong>. Auf dem Hof scharten sich die Kleinsten um ihn wie K\u00fcken um eine Glucke. Dieselbe salesianische \u201eBegleitung\u201c wurde in Salvaro zum Schutz der Menschen, die aus ihren H\u00e4usern geflohen waren: Seine durch jahrelange Betreuung geschulte Tatkraft erm\u00f6glichte es ihm, viele Leben zu retten.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Religion als Quelle, nicht als Zierde<\/b><\/strong>. Bevor er handelte, bat er die Menschen zu beten und das Heiligste Herz Jesu, Maria, Hilfe der Christen, und Don Bosco anzurufen. In der Bew\u00e4hrungsprobe l\u00e4sst sich das Pr\u00e4ventivsystem nicht auf eine Erziehungstechnik reduzieren: Es bleibt im Glauben verwurzelt.<\/p>\n<p>&#8211; <strong><b>Ein Haus, das Menschen aufnimmt<\/b><\/strong>. Die Gemeinschaft in Salvaro wurde \u201eArche-Gemeinschaft\u201c genannt: Zwei gebildete Priester, Lehrer f\u00fcr alte Sprachen, tauschten das Lehrerpult gegen die Sch\u00fcrze des Dienens. Es war das Oratorium von Valdocco in einer Notsituation: ein Zuhause, eine Pfarrei, eine Schule und ein Hof f\u00fcr Menschen, die alles verloren hatten. F\u00fcr salesianische Gemeinschaften, die heute inmitten von Krieg, Migration und extremer Armut t\u00e4tig sind, ist Don Elia der Beweis, dass das Pr\u00e4ventivsystem keine P\u00e4dagogik allein f\u00fcr ruhige Zeiten ist. In schwierigen Momenten tritt sein Kern umso deutlicher hervor: f\u00fcr junge Menschen und mit ihnen da zu sein, bis zum Ende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kurz gesagt fassen seine Vors\u00e4tze von 1928 alles zusammen: Sein wichtigster Vorsatz sollte die N\u00e4chstenliebe sein \u2013 andere nicht zu verurteilen, sich ihnen nicht \u00fcberlegen zu f\u00fchlen und sanftm\u00fctig zu sprechen und zu handeln. Vom Tagebuch bis zum Martyrium ist es dieselbe N\u00e4chstenliebe, die w\u00e4chst, bis sie zur v\u00f6lligen Hingabe wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit der Seligsprechung in San Petronio stellt die Kirche einen vierunddrei\u00dfigj\u00e4hrigen Salesianer als Vorbild vor, der getan hat, was er als Junge in seinem Notizbuch versprochen hatte \u2013 auch dann, als es ihn das Leben kostete. Don Elia ging auf die Menschen zu, die ihm anvertraut waren, und blieb bei ihnen: Dort ereilte ihn das Martyrium, w\u00e4hrend er seinen Dienst als Priester tat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zweiundachtzig Jahre nach jenen Tagen, w\u00e4hrend weiterhin Zivilisten in anderen Kriegen zu Opfern werden, laufen die vier Botschaften wieder auf eine einzige hinaus. Den jungen Menschen, den Priestern, allen, die Frieden schaffen, und allen, die im Namen Don Boscos erziehen, sagt der selige Elia Comini erneut, was er als Junge aufgeschrieben und an der Botte von Pioppe bekr\u00e4ftigt hatte: N\u00e4chstenliebe vor allem anderen. Seiner F\u00fcrsprache und der F\u00fcrsprache der seligen Martino Capelli und Ubaldo Marchioni kann die Salesianische Familie ihren Dienst dort anvertrauen, wo es heute besonders schwerf\u00e4llt zu bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><i>Don Pierluigi Cameroni SDB<\/i><\/em><\/p>\n<p><em><i>Direktor des Salesianerwerks Sacro Cuore \u2013 Bologna<\/i><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. 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