{"id":55332,"date":"2026-10-18T07:54:32","date_gmt":"2026-10-18T07:54:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.donbosco.press\/?p=55332"},"modified":"2026-10-18T07:54:38","modified_gmt":"2026-10-18T07:54:38","slug":"1926-2026-hundert-jahre-weltmissionssonntag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/missionen\/1926-2026-hundert-jahre-weltmissionssonntag\/","title":{"rendered":"1926-2026: Hundert Jahre Weltmissionssonntag"},"content":{"rendered":"<p><em><i>Am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, feiert die Kirche den hundertsten Weltmissionssonntag, der 1926 von Pius XI. eingef\u00fchrt wurde. Dahinter liegt ein langer Weg: von der Eingebung einer jungen Laiin aus Lyon \u00fcber das 19. Jahrhundert mit seinen gro\u00dfen Missionsgr\u00fcndungen, darunter die Missionen Don Boscos. Einen besonderen Platz auf diesem Weg nimmt ein Turiner Priester ein, der in Valdocco ausgebildet wurde: der heilige Giuseppe Allamano, Gr\u00fcnder der Consolata-Missionare und -Missionsschwestern. Schon 1912 setzte er sich mit einer Bittschrift an den Papst f\u00fcr einen j\u00e4hrlichen Sonntag ein, der den Missionen gewidmet sein sollte. Und seine Art, Missionare auszubilden, tr\u00e4gt die Handschrift seines fr\u00fcheren Erziehers Don Bosco.<\/i><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Die Wurzeln: eine junge Frau aus Lyon und das 19. Jahrhundert der Missionen<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Die Geschichte des Weltmissionssonntags beginnt ein Jahrhundert vor seiner Einf\u00fchrung in Lyon. Dort organisierte eine junge Laiin, Pauline Marie Jaricot (1799-1862), kleine Gruppen von zehn Personen, die sich jeweils verpflichteten, f\u00fcr die Missionen zu beten und w\u00f6chentlich einen Sou zu spenden. Aus diesem Netzwerk entstand am 3. Mai 1822 das <strong><b>Werk der Glaubensverbreitung<\/b><\/strong>. Pauline Jaricot wurde am 22. Mai 2022 in Lyon seliggesprochen.<\/p>\n<p>Die Idee war einfach und zugleich revolution\u00e4r: Die Evangelisierung betrifft nicht nur Missionare oder gro\u00dfe Wohlt\u00e4ter, sondern jeden Getauften \u2013 durch das Gebet und auch durch eine noch so kleine Gabe. Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden weitere Werke, die von demselben Geist beseelt waren: das <strong><b>Werk der Heiligen Kindheit<\/b><\/strong> (1843), das Kinder einbezog, und das <strong><b>Werk des heiligen Apostels Petrus<\/b><\/strong> (1889), das der Ausbildung des einheimischen Klerus diente. Zusammen mit der <strong><b>P\u00e4pstlichen Missionsunion<\/b><\/strong>, die 1916 vom seligen Paolo Manna gegr\u00fcndet wurde, bilden sie heute <strong><b>die vier P\u00e4pstlichen Missionswerke<\/b><\/strong>.<\/p>\n<p>Im selben Jahrhundert entstanden auch in Italien neue Missionsinstitute: 1850 in Mailand das heutige PIME, 1867 in Verona mit dem heiligen Daniele Comboni und 1895 in Parma mit dem heiligen Guido Maria Conforti. In diesem Umfeld \u00f6ffnete Don Bosco seine junge Kongregation f\u00fcr die Mission <em><i>ad gentes<\/i><\/em>. Am 11. November 1875 \u00fcberreichte er in der Basilika Maria, Hilfe der Christen, den ersten zehn Missionaren das Kreuz \u2013 sechs Priestern und vier Laienbr\u00fcdern, angef\u00fchrt von Don Giovanni Cagliero; am 14. November brachen sie von Genua nach Argentinien auf.<\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter, im November 1877, reisten die ersten Don-Bosco-Schwestern nach Uruguay. Im selben Jahr entstand das Salesianische Bulletin, das die Briefe der Missionare in die Familien der Salesianischen Mitarbeiter trug. Im Kleinen war das bereits jene missionarische Bewusstseinsbildung im ganzen Volk Gottes, die der Weltmissionssonntag sp\u00e4ter auf die gesamte Kirche ausdehnen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Giuseppe Allamano in Don Boscos Schule<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Giuseppe Allamano wurde am 21. Januar 1851 in Castelnuovo d\u2019Asti geboren, dem heutigen Castelnuovo Don Bosco, dem Heimatort Giovanni Boscos. Seine Mutter Marianna Cafasso war die Schwester des heiligen Giuseppe Cafasso, jenes Priesters, der Don Bosco w\u00e4hrend seiner Zeit im kirchlichen Konvikt begleitet hatte und lange sein Beichtvater gewesen war. Die Verbindung zwischen Allamano und Don Bosco wurzelte also in derselben Heimat und derselben Schule priesterlicher Heiligkeit.<\/p>\n<p>Im Oktober 1862 trat Giuseppe im Alter von elf Jahren f\u00fcr seine Gymnasialstudien in das Oratorium von Valdocco ein. Er blieb dort vier Jahre, schloss als Klassenbester ab und war im dritten Jahr auch Assistent seiner Mitsch\u00fcler. Don Bosco war w\u00e4hrend dieser ganzen Zeit sein Beichtvater: Allamano erinnerte sich, ihm alles anvertraut zu haben, und hatte den Eindruck, Don Bosco k\u00f6nne ihm \u201eins Herz lesen\u201c.<\/p>\n<p>Don Bosco h\u00e4tte ihn gern unter seinen Salesianern gesehen, doch der Junge f\u00fchlte sich nicht zu diesem Leben berufen. Am 19. August 1866 verlie\u00df er Valdocco, ohne sich zu verabschieden, um weiteren \u00dcberredungsversuchen zu entgehen, und trat in das Di\u00f6zesanseminar von Turin ein. Als Don Bosco ihn sp\u00e4ter traf, tadelte er ihn liebevoll daf\u00fcr, dass er ohne Abschied gegangen war.<\/p>\n<p>Die Entscheidung f\u00fcr einen anderen Weg beeintr\u00e4chtigte ihre Beziehung nicht. Nach seiner Priesterweihe am 20. September 1873 wurde Allamano zun\u00e4chst Assistent und dann Spiritual des Seminars. Im Oktober 1880, im Alter von 29 Jahren, wurde er Rektor des Heiligtums der Consolata; 1882 er\u00f6ffnete er den kirchlichen Konvikt wieder \u2013 denselben, in dem Don Bosco von Cafasso ausgebildet worden war. Mit Don Bosco hielt er durch h\u00e4ufige Gespr\u00e4che und gelegentliche Einladungen zum Essen Kontakt. Don Bosco beauftragte ihn, Erinnerungen an Cafasso zu sammeln. Sie erm\u00f6glichten es sp\u00e4ter dem Kanoniker Colombero, die erste ausf\u00fchrliche Biografie von Allamanos Onkel zu verfassen. Allamano besuchte Don Bosco wenige Monate vor dessen Tod am 31. Januar 1888 noch einmal und verfolgte seine Beerdigung kniend inmitten der Menschenmenge.<\/p>\n<p>Im Januar 1900 brachte ihn eine schwere Pleuropneumonie an den Rand des Todes. Die Genesung, die er der Consolata zuschrieb, erschien ihm als Zeichen, dass die Zeit gekommen war, ein seit Jahren gereiftes Vorhaben umzusetzen. Am 29. Januar 1901 wurde das Institut der Consolata-Missionare gegr\u00fcndet; am 8. Mai 1902 brachen die ersten vier Missionare nach Kenia auf; am 29. Januar 1910 entstand das Institut der Consolata-Missionsschwestern. Allamano reiste selbst nie in die Missionsgebiete, widmete den Missionen aber sein ganzes Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Der Geist von Valdocco im Haus der Consolata<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Allamano war kein Salesianer \u2013 das hatte er bewusst so entschieden. Dennoch ist Don Boscos Einfluss auf seine Art, Missionare auszubilden, unverkennbar. Er wollte, dass sein Institut eine Familie und kein Internat sei: \u201eDieses Haus muss ein Haus der Liebe sein\u201c, pflegte er zu sagen. Er wurde seinen Missionaren zum Vater und bem\u00fchte sich, eher geliebt als gef\u00fcrchtet zu werden. Er korrigierte sie mit Sanftmut und Vernunft und nutzte daf\u00fcr das \u201eW\u00f6rtchen ins Ohr\u201c und pers\u00f6nliche Briefe, wie er es in Valdocco erlebt hatte.<\/p>\n<p>Seine eigenen Worte best\u00e4tigen das: \u201eIch bewundere Don Bosco immer wieder\u201c; \u201eIch erinnere mich noch an vieles, was Don Bosco mir gesagt hat, als ich jung war.\u201c Den Seinen stellte er ein klares Vorbild vor Augen: \u201eFolgen wir den Spuren der Heiligen: des ehrw\u00fcrdigen Cafasso und Don Boscos.\u201c Neben diese beiden Turiner Heiligen stellte er den heiligen Alfons und den heiligen Franz von Sales \u2013 denselben Patron, den Don Bosco f\u00fcr seine Kongregation gew\u00e4hlt hatte. Auch der ber\u00fchmte Leitspruch \u201eZuerst Heilige, dann Missionare\u201c bringt eine \u00dcberzeugung zum Ausdruck, die in Valdocco zu Hause war: Das Apostolat erw\u00e4chst aus einem heiligen Leben im Alltag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>1912: der Vorschlag eines Sonntags f\u00fcr die Missionen<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Am 29. August 1912, vierzehn Jahre vor der Einf\u00fchrung des Weltmissionssonntags, schrieb Allamano an die Oberen der anderen italienischen Missionsinstitute in Parma, Verona, Mailand, Genua und Rom; zu ihnen geh\u00f6rte der heilige Guido Maria Conforti, Gr\u00fcnder der Xaverianer. In seinem Brief beklagte er, dass die Missionen in Italien kaum bekannt seien, viele Priester und Gl\u00e4ubige sich gleichg\u00fcltig verhielten und es an Missionsberufungen mangele, die manchmal sogar von Bisch\u00f6fen entmutigt w\u00fcrden. Seine Schlussfolgerung war eindeutig: Der Papst musste einbezogen werden.<\/p>\n<p>Die Oberen unterst\u00fctzten den Vorschlag und richteten eine Bittschrift an den heiligen Pius X. Unter anderem baten sie um einen j\u00e4hrlichen Missionssonntag mit einer verpflichtenden Predigt \u00fcber die Pflicht, zur Verbreitung des Glaubens beizutragen. Die Bitte stie\u00df jedoch auf mehrere Hindernisse: Es fehlte die offizielle Unterst\u00fctzung durch die Propaganda Fide, der Papst war inzwischen alt und krank, und Europa steuerte auf einen Krieg zu.<\/p>\n<p>Pius X. antwortete am 31. Januar 1913 mit einem Schreiben, in dem er die Arbeit der Missionare lobte, ohne jedoch den Missionssonntag zu erw\u00e4hnen. Merkw\u00fcrdigerweise wurde der Name des Initiators in der Antwort zu \u201eKanonikus Alemanno\u201c. Allamano lie\u00df sich nicht entmutigen: Er verbreitete und kommentierte das p\u00e4pstliche Schreiben, um die Aufmerksamkeit f\u00fcr die Missionen wachzuhalten.<\/p>\n<p>Die Saat ging nicht verloren. 1916 gr\u00fcndete Pater Paolo Manna vom PIME die Missionsunion des Klerus. Conforti unterst\u00fctzte ihn dabei ma\u00dfgeblich und legte dem Papst ihre Statuten vor; sie wurden am 31. Oktober 1916 genehmigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Von Benedikt XV. zu Pius XI.: Der Weltmissionssonntag entsteht 1926<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Am 30. November 1919 ver\u00f6ffentlichte Benedikt XV. das Apostolische Schreiben <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/benedict-xv\/de\/apost_letters\/documents\/hf_ben-xv_apl_19191130_maximum-illud.html\"><em><i>Maximum illud<\/i><\/em><\/a>. Er forderte, die Evangelisierung von den politischen und nationalistischen Interessen der Kolonialm\u00e4chte zu befreien, einen einheimischen Klerus auszubilden, der die jungen Kirchen leiten kann, und die ganze Kirche durch das Gebet und die Unterst\u00fctzung der Gl\u00e4ubigen mitverantwortlich f\u00fcr die Mission zu machen. Im selben Dokument \u00e4u\u00dferte der Papst den Wunsch, dass die Missionsunion des Klerus in allen Di\u00f6zesen errichtet werde.<\/p>\n<p>Im Februar 1922 wurde Achille Ratti als Pius XI. Papst. Er sollte als \u201ePapst der Missionen\u201c in Erinnerung bleiben. Im Herbst 1883 hatte er als junger Priester zwei Tage in Valdocco an der Seite Don Boscos verbracht, eine Erinnerung, die er sein Leben lang bewahrte: Er sollte Don Bosco 1929 selig- und am Ostertag 1934 heiligsprechen. Am 3. Mai 1922, zum hundertsten Jahrestag seiner Gr\u00fcndung, erhob er das Werk der Glaubensverbreitung mit dem Motu proprio <em><i>Romanorum Pontificum<\/i><\/em> zum p\u00e4pstlichen Werk und verlegte dessen Sitz von Lyon nach Rom.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Heilige Jahr 1925 lie\u00df Pius XI. im Vatikan eine gro\u00dfe Missionsausstellung veranstalten. Sie war vom 24. Dezember 1924 bis zum 9. Januar 1926 ge\u00f6ffnet und zeigte mehr als 100.000 Exponate in sechsundzwanzig Pavillons; \u00fcber eine Million Menschen besuchten sie. Auf Einladung des Papstes nahmen auch die Salesianer daran teil und folgten damit dem Aufruf des Generaloberen Don Filippo Rinaldi. Aus der Ausstellung ging das Missions-Ethnologische Museum hervor, das heute als Museum Anima Mundi zu den Vatikanischen Museen geh\u00f6rt. Am 3. Mai desselben Jahres 1925 sprach Pius XI. Giuseppe Cafasso selig, dessen Seligsprechungsverfahren Allamano jahrelang vorangetrieben hatte.<\/p>\n<p>Am 11. Dezember 1925 f\u00fchrte Pius XI. mit der Enzyklika <em><i>Quas primas<\/i><\/em> das Christk\u00f6nigsfest ein, das auf den letzten Sonntag im Oktober gelegt wurde. Am 16. Februar 1926 starb Giuseppe Allamano in Turin beim Heiligtum der Consolata. Zw\u00f6lf Tage sp\u00e4ter, am 28. Februar, bekr\u00e4ftigte die Enzyklika <em><i>Rerum Ecclesiae<\/i><\/em>, dass die Mission das ganze christliche Volk angeht: Bisch\u00f6fe, Priester, Ordensleute und Laien sind aufgerufen, sie mit Gebet, Berufungen und materiellen Hilfen zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1926 beschloss die Vollversammlung des Obersten Generalrats des P\u00e4pstlichen Werks der Glaubensverbreitung, den Papst um einen j\u00e4hrlichen Tag des Gebets und der Missionswerbung zu bitten, der in allen Di\u00f6zesen, Pfarreien und katholischen Einrichtungen begangen werden sollte. Einer \u00dcberlieferung zufolge, an die auch <em><i>Avvenire<\/i><\/em> erinnert, ging die Idee vom Missionskreis des Priesterseminars von Sassari aus. Die Bittschrift bat um eine Missionspredigt, das Gebet <em><i>Pro Propagatione Fidei<\/i><\/em> in den Messen, die F\u00f6rderung des Werks, das Sammeln von Spenden und einen vollkommenen Ablass. Pius XI. genehmigte die Bitte am 14. April 1926 mit einem Reskript der Heiligen Ritenkongregation: Nur zwei Monate nach Allamanos Tod wurde so der von ihm 1912 ertr\u00e4umte Missionssonntag f\u00fcr die ganze Kirche Wirklichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Warum am vorletzten Sonntag im Oktober<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Das Datum wurde nicht zuf\u00e4llig gew\u00e4hlt. Der Weltmissionssonntag wurde auf den <strong><b>Sonntag vor dem neuen Christk\u00f6nigsfest<\/b><\/strong> gelegt, und in der Bittschrift wurde der Wunsch ge\u00e4u\u00dfert, \u201edass die allgemeine Anerkennung seiner g\u00f6ttlichen K\u00f6nigsherrschaft beschleunigt werde\u201c. Die Mission wurde als Verk\u00fcndigung des Reiches Christi an alle V\u00f6lker verstanden. Mit der Kalenderreform von 1969 wurde das Christk\u00f6nigsfest auf den letzten Sonntag des Kirchenjahres verlegt, w\u00e4hrend der Weltmissionssonntag seinen bisherigen Platz behielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Das Missionsjahr 1926 der Salesianer und die erste Feier<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Auch f\u00fcr die Salesianische Familie war 1926 ein Missionsjahr. Zum f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Bestehen der Missionen wurde in Valdocco eine gro\u00dfe Missionsausstellung auf rund 10.500 Quadratmetern eingerichtet. Ihre Exponate bildeten den Grundstock des Missions-Ethnologischen Museums, das heute auf dem Colle Don Bosco untergebracht ist. Am 28. Oktober 1926 weihte Pius XI. au\u00dferdem im Petersdom die ersten sechs chinesischen Bisch\u00f6fe und setzte damit den Grundsatz eines einheimischen Klerus konkret um.<\/p>\n<p>Der erste Weltmissionssonntag wurde am Sonntag, dem 23. Oktober 1927, begangen. Deshalb fallen 2026 zwei Jubil\u00e4en zusammen: hundert Jahre seit der Einf\u00fchrung und die hundertste Feier.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Ein Jahrhundert Weltmissionssonntag: eine ganz missionarische Kirche<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>In den folgenden Jahrzehnten begleitete der Weltmissionssonntag eine tiefgreifende Entwicklung des missionarischen Bewusstseins. Das Zweite Vatikanische Konzil erkl\u00e4rte im Dekret <em><i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/archive\/hist_councils\/ii_vatican_council\/documents\/vat-ii_decree_19651207_ad-gentes_ge.html\">Ad gentes<\/a><\/i><\/em> vom 7. Dezember 1965: \u201eDie pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach missionarisch\u201c (AG 2). Zehn Jahre sp\u00e4ter schrieb der heilige Paul VI. in seinem Apostolischen Schreiben <em><i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/paul-vi\/de\/apost_exhortations\/documents\/hf_p-vi_exh_19751208_evangelii-nuntiandi.html\">Evangelii nuntiandi<\/a><\/i><\/em> (1975), dass die Evangelisierung \u201edie Gnade und die eigentliche Berufung der Kirche, ihre tiefste Identit\u00e4t\u201c sei (EN 14).<\/p>\n<p>Der heilige Johannes Paul II. gab der Mission <em><i>ad gentes<\/i><\/em> mit der Enzyklika <em><i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/john-paul-ii\/de\/encyclicals\/documents\/hf_jp-ii_enc_07121990_redemptoris-missio.html\">Redemptoris missio<\/a><\/i><\/em> (1990) neuen Auftrieb. Papst Franziskus rief mit <em><i><a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/francesco\/de\/apost_exhortations\/documents\/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html\">Evangelii gaudium<\/a><\/i><\/em> (2013) die ganze Kirche dazu auf, eine \u201eKirche im Aufbruch\u201c zu sein, und im Oktober 2019, zum hundertsten Jahrestag von <em><i>Maximum illud<\/i><\/em>, rief er einen au\u00dferordentlichen Monat der Missionen aus. Seit Jahrzehnten richten die P\u00e4pste zum Weltmissionssonntag eine Botschaft an die Gl\u00e4ubigen, und die gesammelten Spenden flie\u00dfen in den weltweiten Solidarit\u00e4tsfonds der P\u00e4pstlichen Missionswerke.<\/p>\n<p>In den vergangenen Jahren ist der Weltmissionssonntag auf besondere Weise mit Heiligen der Mission verbunden worden. Am Sonntag, dem 20. Oktober 2024, dem Weltmissionssonntag, sprach Papst Franziskus Giuseppe Allamano heilig, den der heilige Johannes Paul II. am 7. Oktober 1990 seliggesprochen hatte. Das anerkannte Wunder betrifft Sorino, einen indigenen Yanomami aus dem brasilianischen Amazonasgebiet, der den Angriff eines Jaguars \u00fcberlebte, w\u00e4hrend die Gemeinschaft zum Seligen betete. Die Kirche begeht Allamanos Gedenktag am 16. Februar, seinem Todestag.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter, am Sonntag, dem 19. Oktober 2025, sprach Papst Leo XIV. ebenfalls am Weltmissionssonntag Schwester Maria Troncatti, eine Don-Bosco-Schwester, heilig. Sie wurde 1883 in C\u00f3rteno Golgi (Brescia) geboren, kam 1922 nach Ecuador und widmete sich fast ein halbes Jahrhundert lang dem Volk der Shuar \u2013 als Krankenschwester, Katechetin und \u201eM\u00fctterchen\u201c. Am 25. August 1969 starb sie bei einem Flugzeugabsturz in Suc\u00faa. So wurden im Abstand von einem Jahr ein fr\u00fcherer Sch\u00fcler von Valdocco und eine geistliche Tochter Don Boscos und Maria Domenica Mazzarellos am selben Gedenktag heiliggesprochen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Das hundertj\u00e4hrige Jubil\u00e4um: \u201eEins in Christus, vereint in der Mission\u201c<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>F\u00fcr den hundertsten Weltmissionssonntag am Sonntag, dem 18. Oktober 2026, hat Papst Leo XIV. das Thema \u201eEins in Christus, vereint in der Mission\u201c gew\u00e4hlt. Die <a href=\"https:\/\/www.vatican.va\/content\/leo-xiv\/de\/messages\/mission\/documents\/20260125-giornata-missionaria.html\">Botschaft<\/a> tr\u00e4gt das Datum des 25. Januar 2026, des Festes der Bekehrung des heiligen Paulus, und gliedert sich in drei Teile: \u201eEins in Christus\u201c, \u201eVereint in der Mission\u201c und \u201eMission der Liebe\u201c. Der Papst erinnert daran, dass Pius XI. \u201e1926 den Weltmissionssonntag einf\u00fchrte\u201c, und zwar auf Vorschlag des Werks der Glaubensverbreitung, dessen Spenden \u201evon ihm im Namen des Papstes\u201c f\u00fcr die Bed\u00fcrfnisse der jungen Kirchen verteilt werden.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Botschaft steht dieselbe \u00dcberzeugung, die Pauline Jaricot und Giuseppe Allamano bewegte: \u201eKein Getaufter steht der Mission fern oder ist ihr gegen\u00fcber gleichg\u00fcltig.\u201c Leo XIV. erinnert an den Leitspruch des seligen Paolo Manna: \u201eDie ganze Kirche f\u00fcr die Bekehrung der ganzen Welt\u201c \u2013 im Jahr des 110. Jubil\u00e4ums der Missionsunion. Zum Schluss spricht er seinen Dank aus: \u201eBesonders danken m\u00f6chte ich daher den heutigen Missionaren und Missionarinnen <em><i>ad gentes<\/i><\/em>.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr die Salesianische Familie folgt das hundertj\u00e4hrige Jubil\u00e4um unmittelbar auf den 150. Jahrestag der ersten Missionsaussendung. Im November 2025 erteilte der Generalobere Don Fabio Attard in der Basilika Maria, Hilfe der Christen, in Valdocco den Mitgliedern der 156. Aussendung ihren Missionsauftrag und \u00fcberreichte ihnen gemeinsam mit der Generaloberin der Don-Bosco-Schwestern, Mutter Chiara Cazzuola, das Kreuz. In anderthalb Jahrhunderten wurden rund zehntausend Salesianer in die Missionsgebiete entsandt; heute ist die Kongregation in 136 L\u00e4ndern vertreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Zuerst Heilige, dann Missionare<\/b><\/strong><\/p>\n<p><strong><b>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><\/strong>Auch hundert Jahre sp\u00e4ter bewahrt der Weltmissionssonntag seinen urspr\u00fcnglichen Sinn: Jede Gemeinschaft soll daran erinnert werden, dass Jesu Auftrag alle angeht. \u201eDarum geht und macht alle V\u00f6lker zu J\u00fcngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt\u201c (Mt 28,19-20).<\/p>\n<p>In seiner Geschichte verweben sich die Eingebung einer Laiin aus Lyon, die Leidenschaft von Gr\u00fcndern wie Don Bosco und Allamano und die Entscheidung eines Papstes, der Don Bosco als junger Priester in Valdocco kennengelernt hatte. Allamano erlebte den Weltmissionssonntag, um den er gebeten hatte, nicht mehr, doch er bereitete den Boden daf\u00fcr und trug den in Don Boscos Schule erlernten Geist in die Kirche von Turin und dar\u00fcber hinaus. Don Bosco hatte den Missionaren einen Auftrag mitgegeben: \u201eSucht Seelen, nicht Geld, nicht Ehren und nicht W\u00fcrden.\u201c Allamano wiederholte den Seinen mit eigenen Worten: \u201eZuerst Heilige, dann Missionare.\u201c Das ist auch heute der Weg zu einer in der Mission geeinten Kirche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Sonntag, dem 18. 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