{"id":55232,"date":"2026-10-13T07:17:12","date_gmt":"2026-10-13T07:17:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.donbosco.press\/?p=55232"},"modified":"2026-10-13T07:17:19","modified_gmt":"2026-10-13T07:17:19","slug":"eine-lange-geschichte-mit-konkreten-gesichtern-salesianische-missionen-im-nahen-osten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/missionen\/eine-lange-geschichte-mit-konkreten-gesichtern-salesianische-missionen-im-nahen-osten-2\/","title":{"rendered":"Eine lange Geschichte mit konkreten Gesichtern. Salesianische Missionen im Nahen Osten (2)"},"content":{"rendered":"<p><em><i>Drei\u00dfig Jahre alt, Madagasse, heute Theologiestudent an der Crocetta in Turin und Missionar in der Ordensprovinz Naher Osten, zu der Syrien, Libanon, Israel, Pal\u00e4stina und \u00c4gypten geh\u00f6ren. Germain Maevatoky hat bereits Kontinente, Sprachen und Kulturen durchquert, um sich auf die Mission vorzubereiten, f\u00fcr die er bestimmt wurde. In diesem Jahr traf er in Genzano drei\u00dfig weitere missionarische Mitbr\u00fcder aus Europa und dem Nahen Osten, die vom Missionssektor zusammengerufen worden waren. In seiner Erz\u00e4hlung geht es um die Pfadfinder und das Oratorium in Madagaskar, um Don Boscos Missionstr\u00e4ume, das Kreuz, das er mitten in der Pandemie erhielt, und die M\u00fchen mit der arabischen Sprache. Und um die Gewissheit, dass das salesianische Charisma \u00fcber alle Grenzen hinweg verbindet.<\/i><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Von den Pfadfindern zu Don Bosco<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Ich habe die Salesianer durch den Kaplan meiner Gemeinde in Madagaskar kennengelernt. Damals war ich bei den Pfadfindern: Ich half gern in der Kirche und verbrachte gern Zeit mit meinen Freunden. Gerade dort sp\u00fcrte ich die Freude daran, der Kirche zu dienen, und den Wunsch, Jesus enger nachzufolgen. Ich ging zu den Salesianern, die mich mit dem Oratorium vertraut machten und mir vorschlugen, die ins Madagassische \u00fcbersetzte Lebensgeschichte Don Boscos zu lesen. Diese Lekt\u00fcre faszinierte mich, und als ich die Salesianer besser kennenlernte, reifte in mir der Entschluss, nach dem Schulabschluss in die Kongregation einzutreten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Eine Berufung, die aus der Lekt\u00fcre erwuchs<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Meine missionarische Berufung entstand durch einige Texte, die mich tief gepr\u00e4gt haben. Als ich die Geschichte der katholischen Kirche in meinem Land studierte, entdeckte ich, wie viele Missionsgemeinschaften gekommen waren, um den Menschen zu dienen und die Frohe Botschaft zu verk\u00fcnden. Dann besch\u00e4ftigte ich mich mit Don Boscos Missionstr\u00e4umen, besonders mit den Stellen, an denen er von den L\u00e4ndern spricht, in die die Salesianer kommen w\u00fcrden, und von den Missionaren, die ihre Heimat verlassen w\u00fcrden. Schlie\u00dflich schien es mir jedes Jahr, wenn ich den am 18. Dezember, dem Jahrestag der Gr\u00fcndung der Kongregation, ver\u00f6ffentlichten Missionsaufruf des Generaloberen las, als richte er sich direkt an mich. All das trug ich im Herzen, und nach drei Jahren Philosophiestudium und einer Zeit der Berufungskl\u00e4rung mit meinem Begleiter schrieb ich dem Generaloberen und bot ihm an, als Missionar zur Verf\u00fcgung zu stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Das Missionskreuz mitten in der Covid-Pandemie<\/b><\/strong><\/p>\n<p>2021 nahm ich mitten in der Pandemie an einem Kurs f\u00fcr neue Missionare teil, bevor ich das Missionskreuz erhielt. Wir waren nur wenige, und wegen der Einschr\u00e4nkungen blieben wir etwas mehr als zwei Wochen in Italien. Diese Ausbildung bereitete mich geistlich, psychologisch und kulturell vor. Sie bot mir auch die Gelegenheit, die Mitbr\u00fcder des Missionssektors und die anderen Salesianer derselben Aussendung kennenzulernen. Die Besuche an bedeutenden Orten der Kirche in Rom und an salesianischen St\u00e4tten \u2013 Colle Don Bosco, Valdocco und Mornese \u2013 halfen mir, das salesianische Charisma tiefer zu leben und zu verstehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Mit neuen Augen auf den Glauben blicken<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Mit meiner Ankunft im Nahen Osten begann das Abenteuer des missionarischen Lebens \u2013 ein Abenteuer, das gerade erst begonnen hat. In \u00c4gypten \u00f6ffnete mir die Begegnung mit anderen die Augen f\u00fcr meinen eigenen Glauben. Die orthodoxen Christen beeindruckten mich sehr: Bei Wallfahrten oder Kirchenbesuchen war eine intensive Gebetsatmosph\u00e4re sp\u00fcrbar, die einem wirklich beim Beten hilft. Ich sah tiefgl\u00e4ubige Menschen, die Heiligenbilder und Reliquien ber\u00fchrten oder k\u00fcssten: F\u00fcr mich war das ein deutliches Zeichen ihrer Fr\u00f6mmigkeit und ihres starken Zugeh\u00f6rigkeitsgef\u00fchls. Und dann die Begegnung mit Muslimen, die den Koran sogar in der U-Bahn lesen, besonders w\u00e4hrend des Ramadan, und auf der Stra\u00dfe oder in Einkaufszentren beten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Die Herausforderung der Sprachen<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Im neuen Umfeld war die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr mich die Sprache \u2013 genauer gesagt: die Sprachen. In unserer Ordensprovinz muss man Italienisch, Arabisch und Englisch k\u00f6nnen. Gott sei Dank gab mir die Ordensprovinz die n\u00f6tige Zeit, um sie zu lernen, insbesondere Arabisch. Eine weitere Herausforderung war, dass ich bei jedem Wechsel in eine andere Gemeinschaft auch einen neuen Begleiter bekam: In den ersten vier Jahren meiner Mission geschah das jedes Jahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Eine besondere Ordensprovinz<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Die Ordensprovinz Naher Osten ist etwas Besonderes, denn die politischen Beziehungen zwischen den Staaten sind alles andere als einfach, was es erschwert, alle Mitbr\u00fcder zusammenzubringen. Dank der Technik treffen wir uns jedoch von Zeit zu Zeit online zu einem Treffen der Ordensprovinz. In unseren Jugendzentren, Oratorien, Pfarreien und Schulen sind viele junge Menschen, und die Arbeit der Salesianer wird auch von den Regierungen gesch\u00e4tzt. Wir k\u00fcmmern uns um Fl\u00fcchtlinge im Libanon, in Syrien und in \u00c4gypten, und in einigen Gemeinschaften arbeiten wir auch mit Muslimen zusammen.<\/p>\n<p>Ich wurde von den Oberen \u2013 dem Provinzial und seinem Stellvertreter \u2013 sowie von allen Mitbr\u00fcdern sehr herzlich aufgenommen. Ich konnte feststellen, dass der Glaube an Jesus und das Charisma Don Boscos Menschen \u00fcber kulturelle Unterschiede und unterschiedliche Herkunft hinweg miteinander verbinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Das Treffen in Genzano<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Ich danke dem Missionssektor von Herzen, der es uns in diesem Jahr erm\u00f6glicht hat, uns in Genzano wiederzutreffen: eine wertvolle Initiative zum Wohl der Kongregation. Es war ein Fortbildungstreffen f\u00fcr Missionare, die in den vergangenen f\u00fcnf Jahren nach Europa und in den Nahen Osten gekommen waren \u2013 eine Zeit der Br\u00fcderlichkeit, der Weiterbildung, des Austauschs und der Ermutigung. Besonders beeindruckt haben mich die Zusammenarbeit unter den Mitgliedern des Sektors und ihre Bereitschaft, uns zuzuh\u00f6ren, uns zu beraten und mit uns ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><b>Der Blick nach vorn<\/b><\/strong><\/p>\n<p>Um den Herausforderungen zu begegnen, die vor uns liegen, sollten wir das Werk im salesianischen Geist weiterf\u00fchren \u2013 mit Kreativit\u00e4t und Flexibilit\u00e4t, in Zusammenarbeit mit Laien und den \u00f6rtlichen Beh\u00f6rden und indem wir den Glauben an Jesus bezeugen. Ich danke euch f\u00fcr eure Gebete, die f\u00fcr uns Missionare eine echte geistliche St\u00fctze sind. Und gemeinsam wollen wir den Herrn bitten, Arbeiter in seine Ernte zu senden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><i>Marco Fulgaro<\/i><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drei\u00dfig Jahre alt, Madagasse, heute Theologiestudent an der Crocetta in Turin und Missionar in der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":55227,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"iawp_total_views":1,"footnotes":""},"categories":[143],"tags":[2029,1891,2504,1699,2617],"class_list":["post-55232","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-missionen","tag-leben","tag-missionen","tag-charyzmat-salezjanski","tag-vorsehung","tag-zeugen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=55232"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55232\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":55233,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/55232\/revisions\/55233"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/55227"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=55232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=55232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=55232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}