{"id":29190,"date":"2024-07-01T07:26:00","date_gmt":"2024-07-01T07:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/exciting-knuth.178-32-140-152.plesk.page\/?p=29190"},"modified":"2024-07-01T07:26:14","modified_gmt":"2024-07-01T07:26:14","slug":"der-brief-aus-rom-1884","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/traume-von-don-bosco\/der-brief-aus-rom-1884\/","title":{"rendered":"Der Brief aus Rom (1884)"},"content":{"rendered":"\n<p><em><em>1884, wenige Tage vor seiner R\u00fcckkehr nach Turin, hatte Don Bosco in Rom zwei Tr\u00e4ume, die er in einem Brief an seine Lieben in Valdocco niederschrieb. Dieser Brief ist unter dem Namen \u201eDer Brief aus Rom\u201c bekannt und geh\u00f6rt zu den am meisten erforschten und kommentierten Texten. Wir bieten hier den vollst\u00e4ndigen Originaltext zur Lekt\u00fcre an.<br><\/em><\/em><br><br><em>Meine lieben S\u00f6hne in Christus,<br><\/em><br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wo immer ich auch bin, ich denke immer an Euch, und ich habe nur den einen Wunsch, Euch zeitlich und ewig gl\u00fccklich zu sehen. Dieser Gedanke, dieser Wunsch dr\u00e4ngt mich, Euch diesen Brief zu schreiben. Die Trennung von Euch f\u00e4llt mir sehr schwer, meine Lieben, und weil ich Euch nicht sehen oder h\u00f6ren kann, vermisse ich Euch ganz arg, glaubt mir. Schon vor einer Woche wollte ich Euch diesen Brief schreiben, aber meine viele Arbeit hier hat mich daran gehindert. Es sind zwar nur noch wenige Tage bis zu meiner R\u00fcckkehr, aber mein Wiedersehen mit Euch will ich in diesen Zeilen schon einmal vorwegnehmen, da ich es pers\u00f6nlich noch nicht kann. Was ich Euch schreibe, sind die Worte eines Menschen, der Euch in Christus sehr lieb hat und die Pflicht f\u00fchlt, mit der Offenheit eines Vaters zu Euch zu reden. Das erlaubt Ihr mir doch, und Ihr werdet mir Eure Aufmerksamkeit schenken und das, was ich Euch sagen werde, auch in die Tat umsetzen, nicht wahr?\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich habe Euch schon gesagt, dass ich immer an Euch denke. Nun, an einem der letzten Abende hatte ich mich auf mein Zimmer zur\u00fcckgezogen, und w\u00e4hrend ich mich zum Schlafengehen fertig machte, habe ich die Gebete gesprochen, die ich von meiner lieben Mutter gelernt hatte.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Auf einmal &#8211; ich wei\u00df nicht recht, ob ich schon eingeschlafen oder irgendwie geistesabwesend war \u2013 da schien es mir, als st\u00fcnden zwei alte Ehemalige des Oratoriums vor mir.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Einer von ihnen trat n\u00e4her, begr\u00fc\u00dfte mich herzlich und sagte:<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDon Bosco, kennen Sie mich noch?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa, ich kenne dich\u201c, gab ich zur Antwort.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSie erinnern sich noch an mich?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eAn dich und an alle die anderen. Du bist Valfr\u00e9 und warst vor 1870 im Oratorium.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSagen Sie\u201c, fuhr er fort, \u201ewollen Sie die Jungen sehen, die zu meiner Zeit im Oratorium waren?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u201eJa\u201c, sagte ich, \u201ezeige sie mir, ich w\u00fcrde mich sehr dar\u00fcber freuen.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da zeigte mir Valfr\u00e9 alle Jungen, mit dem Aussehen, der Gestalt und in dem Lebensalter von damals. Mir war, als w\u00e4re ich im alten Oratorium, zur Zeit der Erholung; da war Leben, voller Bewegung und Fr\u00f6hlichkeit. Die einen liefen, andere \u00fcbten Springen, und wieder andere waren begeistert bei anderen Spielen. Hier spielte man Bockspringen, dort Bahrlauf und Wurfball. An einer Stelle war eine Gruppe Jungen beisammen und lauschte gespannt einem Priester, der eine Geschichte erz\u00e4hlte. An einer anderen Stelle spielte ein Kleriker mit den Jungen den \u201efliegenden Esel\u201c und die \u201eHandwerker\u201c. \u00dcberall wurde gelacht und gesungen, und \u00fcberall sah man Kleriker und Priester, umgeben von fr\u00f6hlichen, lachenden Jungen. Man sp\u00fcrte, dass zwischen diesen und ihren Erziehern gro\u00dfe Herzlichkeit und viel Vertrauen herrschte. Ich war ganz begeistert von dem Schauspiel, und Valfr\u00e9 sagte zu mir:<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSehen Sie, die famili\u00e4re Herzlichkeit schafft Liebe, und die Liebe schafft Vertrauen. Das \u00f6ffnet die Herzen, und die Jungen k\u00f6nnen ohne Angst \u00fcber alles mit ihren Lehrern, Erziehern und Vorgesetzten reden. Sie sind ehrlich, in der Beichte und au\u00dferhalb, und sie richten sich gern nach dem, von dem sie sicher sind, dass er sie liebt.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In diesem Augenblick trat der andere alte Ehemalige zu mir &#8211; es war Josef Buzzetti -, er hatte einen schon ganz wei\u00dfen Bart :<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDon Bosco\u201c sagte er, \u201ewollen Sie auch die Jungen sehen, die jetzt im Oratorium sind?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa, gern\u201c, sagte ich, \u201ees ist n\u00e4mlich schon einen Monat her, dass ich sie nicht mehr gesehen habe.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Da zeigte er sie mir. Ich sah das Oratorium, und Euch alle, wie Ihr gerade Freizeit hattet. Aber ich h\u00f6rte da nichts mehr an frohem Geschrei oder Liedern, und von dem Leben und Treiben wie in der ersten Szene war auch nichts zu sehen.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Viele Jungen hingen herum und schauten so gelangweilt, so m\u00fcde, entt\u00e4uscht und misstrauisch, dass es mir ans Herz griff. Gewiss, viele tobten herum, hatten ihren Spa\u00df miteinander und waren sorglos und gl\u00fccklich. Aber eine ganze Reihe lehnten sich tr\u00fcbsinnig und allein an die S\u00e4ulen, und andere dr\u00fcckten sich auf Treppen und G\u00e4ngen, auf den Balkonen und zur Gartenseite herum, um nicht mit den Kameraden spielen zu m\u00fcssen. Wieder andere gingen langsam in Gruppen spazieren, sie unterhielten sich leise f\u00fcr sich und schauten sich dabei immer wieder argw\u00f6hnisch um. Manchmal fingen sie auch an zu lachen, aber mit solch einem Gesicht, dass man sicher sein konnte, dass der hl. Aloysius sich in ihrer Gesellschaft gesch\u00e4mt h\u00e4tte. Aber auch unter denen, die spielten, waren einige so wenig bei der Sache, dass man deutlich merken konnte, dass die Freizeit ihnen keinen richtigen Spass machte.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eHaben Sie Ihre Jungen gesehen?\u201c fragte mich der Ehemalige.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa, ich sehe sie\u201c, sagte ich und seufzte.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWie ganz anders sind sie doch als wir fr\u00fcher\u201c, sagte der Ehemalige.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWirklich, viele haben ja in der Freizeit zu \u00fcberhaupt nichts Lust!\u201c \u201eUnd daher kommt es auch, dass viele innerlich unber\u00fchrt bleiben, wenn sie die heiligen Sakramente empfangen, und dass sie bei den Gebeten innerhalb und au\u00dferhalb der Kirche so gleichg\u00fcltig sind. Deshalb sind sie nur ungern in einem Heim, in dem sie der liebe Gott doch so reichlich mit allem versorgt, was sie an Leib und Seele brauchen. Das ist auch der Grund daf\u00fcr, dass viele ihrer Berufung nicht entsprechen, f\u00fcr die Undankbarkeit ihren Erziehern gegen\u00fcber, f\u00fcr die Geheimniskr\u00e4merei, f\u00fcr das Meckern und f\u00fcr andere, schlimme Dinge.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDas wird mir klar, ich verstehe\u201c, erwiderte ich. \u201eAber wie k\u00f6nnen wir meine jungen Freunde wieder neu begeistern, so dass sie ihren alten Schwung wiederfinden und froh und offen werden?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDurch Liebe!\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDurch Liebe? Aber werden denn meine Jungen nicht genug geliebt? Du wei\u00dft doch, wie sehr ich sie liebe. Du wei\u00dft, wie viel ich in den mehr als vierzig Jahren getan und durchgestanden habe, und was ich auch heute noch alles ertrage und aushalte, damit sie Nahrung, Heimat und Ausbildung haben, und besonders aus Sorge um ihr ewiges Heil; so viele M\u00fchen, Erniedrigungen, Widerst\u00e4nde und Verfolgungen!\u00a0 Ich habe alles f\u00fcr sie getan, was ich wusste und konnte, denn ihnen geh\u00f6rt doch mein ganzes Herz.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIch spreche doch nicht von Ihnen!\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eVon wem denn sonst? Vielleicht von meinen Vertretern, den Direktoren, den Wirtschaftsleitern, den Lehrern und den Erziehern? Siehst du denn nicht, wie sie sich abplagen und abrackern in der Schule, bei der Arbeit und in der Freizeit? Wie sie ihre besten Jahre geben f\u00fcr die Jungen, die ihnen der liebe Gott anvertraut?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIch sehe es, ich wei\u00df es. Aber das gen\u00fcgt noch nicht. Das Wichtigste fehlt.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWas fehlt denn noch?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDie Jungen m\u00fcssen nicht nur geliebt werden, sie m\u00fcssen diese Liebe selbst auch sp\u00fcren.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa, haben sie denn keine Augen im Kopf, haben sie keinen Verstand? Sehen sie denn nicht, dass man alles nur aus Liebe f\u00fcr sie tut?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eNein! Ich sage es noch einmal: Das ist nicht genug!\u201c.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWas will man denn noch mehr?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWenn man das liebt, was ihnen Freude macht, wenn man auf ihre Neigungen eingeht, dann lernen sie, die Liebe auch in dem zu erkennen, was ihnen nicht so gef\u00e4llt, wie z. B. Disziplin, Lernen oder auch Selbst\u00fcberwindung. Sie lernen so, diese Dinge mit Begeisterung und Liebe zu vollziehen.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eErkl\u00e4re das mal deutlicher!\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eBeobachten Sie einfach die Jungen in der Freizeit!\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich schaute hin und sagte dann:<br>\u201eWas gibt es da Besonderes zu sehen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSie sind nun schon so viele Jahre Jugenderzieher und verstehen das nicht? Schauen Sie mal genau hin! Wo sind denn unsere Salesianer?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Nun fiel mir auf, dass sehr wenige Priester und Studenten bei den Jungen waren, und noch weniger spielten zusammen mit ihnen. Die Erzieher waren nicht mehr das Herz der Freizeit. Die meisten gingen umher und unterhielten sich untereinander, ohne darauf zu achten, was die Jungen trieben. Andere schauten blo\u00df bei den Spielen zu, ohne wirklich an die Jungen zu denken, und wieder andere beaufsichtigten die Jungen aus so weiter Entfernung, dass sie nicht merken konnten, wo etwas fehlte. Der eine oder andere rief den Jungen wohl etwas zu, aber in drohendem Ton, und auch nur selten. Gewiss, es gab auch Erzieher, die sich an der Unterhaltung einer Gruppe von Jungen beteiligen wollten. Aber ich konnte sehen, dass die dann ihren Erziehern absichtlich aus dem Weg gingen.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dann sagte mein Freund:<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWaren Sie selbst in der guten alten Zeit des Oratoriums nicht immer<br>mitten unter uns Jungen, besonders in der Freizeit? Erinnern Sie sich noch an diese sch\u00f6nen Jahre? Das waren doch Zeiten wie im Himmel, und ich denke gern daran zur\u00fcck, weil damals die Liebe unser Leben regelte und wir vor Ihnen keine Geheimnisse hatten.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eDas stimmt! Das hat mir damals viel Freude gemacht, und die Jungen dr\u00e4ngten sich begeistert um mich, um mit mir zu reden. Sie haben wirklich versucht, auf meine Ratschl\u00e4ge zu h\u00f6ren und sie zu befolgen. Aber jetzt geht das nicht mehr, wegen der dauernden Konferenzen und all dem, was ich zu tun habe, und leider bin ich auch nicht mehr so gesund.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSchon gut; aber wenn Sie selbst nicht mehr k\u00f6nnen, warum machen es denn Ihre Salesianer nicht nach Ihrem Vorbild so weiter? Warum bestehen Sie nicht darauf, warum fordern Sie nicht, dass sie mit den Jungen so umgehen wie Sie damals?\u201c.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIch sage es ihnen ja und rede mir die Lunge aus dem Leib, aber trotzdem wollen viele die M\u00fchen von damals nicht mehr auf sich nehmen.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eNun, weil sie nicht auf solche Kleinigkeiten achten, ist alle ihre M\u00fche und Arbeit umsonst. Sie sollen lieben, was der Jugend gef\u00e4llt, dann werden die Jugendlichen das lieben, was den Erziehern gef\u00e4llt. So wird auch ihre Arbeit leichter. Die Ursache, warum es jetzt im Oratorium schlechter geworden ist, liegt im Mangel an Vertrauen einiger Jungen zu ihren Erziehern. Fr\u00fcher waren die Herzen offen gegen\u00fcber den Erziehern, die Jungen liebten sie und gehorchten ihnen gern. Aber jetzt werden sie als Vorgesetzte gesehen und nicht mehr als V\u00e4ter, Br\u00fcder und Freunde, die Jungen haben mehr Angst vor ihnen, als dass sie ihre Erzieher gern haben. Wenn alle wieder ein Herz und eine Seele werden sollen, dann muss man um Gottes willen daf\u00fcr sorgen, dass dieses<br>schlimme Misstrauen aufh\u00f6rt und statt dessen wieder herzliches Vertrauen herrschen kann. Dann werden die jungen Menschen wieder wie Kinder ihrer Mutter gehorchen, und dann wird es auch wieder so zufrieden und froh im Oratorium zugehen wie fr\u00fcher.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWie kann man das denn erreichen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIndem die Erzieher und die Jungen herzlich und vertrauensvoll miteinander umgehen, vor allem in der Freizeit. Ohne Herzlichkeit und Vertrauen gibt es keine Liebe, und ohne Liebe gibt es kein Vertrauen. Wer geliebt sein will, muss zeigen, dass er liebt. Jesus Christus hat sich klein gemacht mit den Kleinen und unsere Schw\u00e4chen auf sich genommen. Er ist wirklich ein Meister im Vertrauen! Der Lehrer, der nur am Lehrerpult steht, ist Lehrer, und nicht mehr. Wenn er aber auch in der Freizeit bei den Jungen ist, wird er deren Bruder. Wenn einer nur von der Kanzel predigt, wird man sagen, er tue nur seine Schuldigkeit. Findet er aber auch w\u00e4hrend der Erholungszeit das rechte Wort, dann ist es das Wort eines Menschen, der liebt. Welche Ver\u00e4nderungen haben nicht schon ein paar Worte bewirkt, die wie zuf\u00e4llig w\u00e4hrend einer Unterhaltung in das Herz eines jungen Menschen gefallen sind. Wer sich geliebt wei\u00df, der liebt wieder, und wer geliebt wird, der erreicht alles, besonders bei der Jugend. Dieses Vertrauen flie\u00dft wie elektrischer Strom zwischen den Jungen und ihren Erziehern. Die jungen Menschen \u00f6ffnen sich, erz\u00e4hlen von dem, was sie bek\u00fcmmert, und sie sprechen dann auch \u00fcber ihre Fehler. Diese Liebe macht es auch f\u00fcr die Erzieher leichter, M\u00fchen, Sorgen, Undankbarkeit, Unruhe, Fehler und Nachl\u00e4ssigkeiten der Jungen auf sich zu nehmen. Jesus Christus hat das schon geknickte Rohr nicht gebrochen und den glimmenden Docht nicht ausgel\u00f6scht. Er ist Euer Vorbild! Dann wird keiner mehr arbeiten, um sich in den Vordergrund zu spielen; niemand wird strafen, blo\u00df weil seine Eigenliebe verletzt worden ist; keiner wird sich vor der Aufsicht dr\u00fccken, weil er denkt, dass die anderen Erzieher beliebter sind. Niemand wird andere Erzieher schlecht machen, um sich selbst beliebt zu machen \u2013 man erntet dadurch bei den Jungen sowieso nur Verachtung und geheuchelte Schmeicheleien. Niemand wird mehr einen der jungen Menschen zu seinem Liebling machen und ihn bevorzugen, und dabei die anderen Jungen vernachl\u00e4ssigen; keiner wird aus Bequemlichkeit seine Aufsichtspflicht vernachl\u00e4ssigen, und keiner wird aus falscher R\u00fccksicht einen Tadel unterlassen, wo getadelt werden muss. Wo die wahre Liebe herrscht, da sucht man zuerst die Ehre Gottes und das Heil der Seelen. Wo aber diese Liebe schwindet, da bleibt es nicht aus, dass die Dinge nicht mehr gut laufen.<br>Warum soll an die Stelle der Liebe ein k\u00fchles Reglement treten? Warum weichen die Vorgesetzten von den Erziehungsgrunds\u00e4tzen ab, die sie von Don Bosco gelernt haben? Warum wird die alte Methode, Fehlern durch Wachsamkeit und Liebe vorzubeugen, nun nach und nach dadurch ersetzt, dass Gesetzesparagraphen aufgestellt werden? Das ist zwar f\u00fcr die Erzieher einfacher und bequemer, aber wenn man die Einhaltung durch Strafen erzwingt, entsteht daraus nur Hass und Unwillen. Wenn man aber ihre \u00dcbertretung ungestraft durchgehen l\u00e4sst, verlieren die Erzieher die Achtung der Jungen, und es kommt zu gr\u00f6bsten Unordnungen.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Alle diese Folgen ergeben sich zwangsl\u00e4ufig, wenn die Familiarit\u00e4t fehlt. Wenn also die gl\u00fccklichen Zeiten des Oratoriums wiederkommen sollen, dann muss man zur fr\u00fcheren Methode zur\u00fcckkehren: Der Vorgesetzte soll allen alles sein. Er soll jederzeit bereit sein, jeden Zweifel und jede Klage der Jungen anzuh\u00f6ren. Er soll ganz Auge sein, um wie ein Vater auf ihr Betragen zu achten, er soll ganz Herz sein, um das seelische und leibliche Wohl derer zu f\u00f6rdern, die Gott ihm anvertraut hat. Dann werden die Herzen sich wieder \u00f6ffnen, und gewisse Heimlichkeiten werden verschwinden. Nur bei unsittlichem Verhalten sollen die Vorgesetzten unerbittlich sein. Hier ist es besser, die Gefahr auf sich zu nehmen, einmal einen Unschuldigen aus dem Heim zu entlassen, als einen Verf\u00fchrer zu behalten. Die Erzieher sollen es als ihre Gewissenspflicht ansehen, den Vorgesetzten \u00fcber Vorkommnisse unter den Jungen mitzuteilen, die irgendwie eine Beleidigung Gottes darstellen.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Hier fragte ich:<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWie kann man am besten f\u00fcr diese Herzlichkeit, diese Liebe und dieses Vertrauen sorgen?\u201c\u00a0<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIndem man sich genau an die Heimordnung h\u00e4lt.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIst das alles?\u201c \u2013 \u201eDer beste Topf auf dem Tisch ist ein frohes Gesicht.\u201c<br>\u00a0Mein ehemaliger Sch\u00fcler schloss mit diesen Worten, und ich dachte noch weiter traurig \u00fcber unser Gespr\u00e4ch nach; da wurde ich immer m\u00fcder. Als ich kaum mehr gegen die Mattigkeit ank\u00e4mpfen konnte, sch\u00fcttelte ich mich und erwachte. Ich stand neben meinem Bett. Ich sp\u00fcrte meine geschwollenen Beine. Sie schmerzten mich so sehr, da\u00df ich nicht mehr aufrecht stehen konnte. Da es schon sehr sp\u00e4t war, legte ich mich hin und beschloss, Euch, meinen lieben S\u00f6hnen, diese Zeilen zu schreiben.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich liebe solche Tr\u00e4ume nicht, weil sie mich sehr erm\u00fcden. Am n\u00e4chsten Tag f\u00fchlte ich mich wie zerschlagen und konnte kaum den Abend erwarten, um schlafen gehen zu k\u00f6nnen. Aber siehe da, kaum hatte ich mich niedergelegt, da begann der Traum schon wieder. Ich sah den Hof vor mir, die Jungen, die zur Zeit im Oratorium sind, und denselben Ehemaligen. Ich fragte ihn:<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWas du mir gesagt hast, das werde ich meinen Salesianern mitteilen. Was aber soll ich den Jungen im Oratorium sagen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eSie sollen erkennen, wie viel M\u00fchen und Sorgen ihre Vorgesetzten, Lehrer und Erzieher aus Liebe auf sich nehmen, denn das tun sie doch einzig und allein, damit es ihnen gut geht. Die Jungen sollen daran denken, dass die Demut die Quelle aller Zufriedenheit ist. Sie sollen lernen, die Fehler anderer zu ertragen, denn auf Erden findet sich nichts Vollkommenes, das gibt es allein im Himmel. Sie sollen das Meckern und N\u00f6rgeln lassen, das vergiftet nur die Herzen und die Atmosph\u00e4re. Vor allem aber sollen sie sich M\u00fche geben, immer in der Gnade Gottes zu leben. Wer n\u00e4mlich mit Gott keinen Frieden hat, der hat auch mit sich selbst und mit anderen keinen Frieden.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWillst Du damit sagen, dass einige meiner Jungen nicht mit Gott in Frieden leben?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eNeben anderen \u00dcbeln, von denen Sie schon wissen und die ich deshalb nicht weiter erw\u00e4hnen muss, ist das der Hauptgrund f\u00fcr die schlechte Stimmung im Heim. Das ist doch klar: Argw\u00f6hnisch ist nur, wer etwas zu verbergen hat und bef\u00fcrchten muss, dass dies herauskommt, er daf\u00fcr bestraft wird und in Schande ger\u00e4t. Wenn einer keinen Frieden mit Gott hat, dann ist er \u00e4ngstlich, unruhig, widerspenstig, \u00fcberempfindlich und schlecht gelaunt. Und weil er ohne Liebe ist, glaubt er, seine Erzieher h\u00e4tten ihn auch nicht lieb.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa aber, mein lieber Freund, siehst du denn nicht, wie oft die Jungen im Oratorium zu den heiligen Sakramenten gehen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa schon, sie gehen oft zur Beichte, aber oft fehlen die festen Vors\u00e4tze. Die Jungen beichten zwar, aber es sind immer dieselben Fehler, dieselben n\u00e4chsten Gelegenheiten, dieselben schlechten Gewohnheiten, dieselben F\u00e4lle von Ungehorsam und Pflichtvernachl\u00e4ssigung. So geht das monatelang und vielleicht sogar jahrelang weiter, ja, bei einigen sogar bis zur Schulentlassung.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Solche Beichten haben nur geringen oder gar keinen Wert, und deshalb bringen sie auch keinen Frieden, und wenn ein Junge in diesem Zustand vor Gottes Gericht treten m\u00fcsste, so w\u00e4re das eine sehr ernste Angelegenheit.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eGibt es im Oratorium viele solcher Jungen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eIm Vergleich zu den vielen Jungen im Heim sind es nur wenige. Passen Sie auf, ich werde Sie Ihnen zeigen.\u201c<br>Ich schaute hin und sah jeden einzelnen dieser Jungen. Bei diesen wenigen aber sah ich Dinge, die mich ganz traurig machten. In diesem Brief will ich nichts weiter zu schreiben, aber nach meiner R\u00fcckkehr werde ich jedem sagen, was ihn betrifft. Hier m\u00f6chte ich nur sagen, dass es an der Zeit ist, zu beten und entschlossene Vors\u00e4tze zu fassen, Vors\u00e4tze, die nicht nur hingeredet werden, sondern durch Taten zeigen, dass es auch heute noch Jungen unter uns gibt wie damals Comollo,<br>Dominikus Savio, Besucco und Saccardi.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Schlie\u00dflich fragte ich meinen Freund:<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eM\u00f6chtest du mir sonst noch etwas sagen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eJa, erinnern Sie alle, gro\u00df und klein, immer wieder daran, dass sie Kinder der Mutter Gottes sind. Sie, die Helferin der Christen, hat sie alle dort im Heim zusammengef\u00fchrt, um sie vor der Gefahr des B\u00f6sen zu bewahren. Sie sollen sich wie Br\u00fcder lieben und durch ein gutes Leben Gott ehren und Maria loben, die immer wieder durch ihre Gnade und durch Wunder f\u00fcr das t\u00e4gliche Brot und f\u00fcr die Mittel zur Ausbildung sorgt. Sie sollen daran denken, dass das Fest der Helferin der Christen bevorsteht, und mit ihrer Hilfe soll die Mauer des Misstrauens fallen, die der B\u00f6se<br>zwischen Jungen und Erziehern aufrichten konnte und die er nun geschickt zum Verderben der Seelen ben\u00fctzt.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eWird es uns also gelingen, diese Mauer einzurei\u00dfen?\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u201eGanz bestimmt, wenn nur gro\u00df und klein aus Liebe zur Gottesmutter bereit sind, etwas Selbst\u00fcberwindung auf sich zu nehmen und das, was ich gesagt habe, in die Tat umzusetzen.\u201c<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 W\u00e4hrend dem schaute ich weiter meinen Jungen zu und beobachtete das traurige Schauspiel derer, die ich auf dem Wege zum ewigen Unheil sah; da f\u00fchlte ich solches Herzdr\u00fccken, dass ich erwachte. Ich m\u00f6chte Euch gern noch viele wichtige Dinge erz\u00e4hlen, aber meine Zeit und die Umst\u00e4nde erlauben mir das leider nicht.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ich komme zum Schluss. Wisst Ihr, was ich armer, alter Mann, der ich mein ganzes Leben f\u00fcr die Jugend geopfert habe, mir von Euch w\u00fcnsche? Nur dies eine: Tut auch Ihr Eure Pflicht, und lasst die gl\u00fccklichen Tage des alten Oratoriums wiederkehren, die Tage der Liebe und des Vertrauens zwischen Jungen und Erziehern, die Tage der gegenseitigen Zuvorkommenheit und Vertr\u00e4glichkeit um der Liebe Christi willen, die Tage einfacher Offenheit und Lauterkeit, die Tage der Liebe und der echten Fr\u00f6hlichkeit aller! Ich brauche diesen Trost, dass Ihr mir die Hoffnung und das Versprechen schenkt, alles zu tun, was ich mir von Euch zu Eurem Besten w\u00fcnsche. Ihr wisst noch gar nicht so richtig, wie viel Gl\u00fcck ihr habt, dass Ihr im Oratorium eine Heimat gefunden habt.<br>Vor Gott bezeuge ich Euch: Wenn ein junger Mensch in ein Heim der Salesianer eintritt, wird er sogleich von der Gottesmutter unter ihren besonderen Schutz genommen. Seien wir ein Herz und eine Seele! Die Liebe derer, die befehlen, und die Liebe derer, die gehorchen m\u00fcssen, wird unter uns den Geist des heiligen Franz von Sales herrschen lassen. Meine lieben Jungen, bald kommt die Zeit, dass ich von Euch Abschied nehmen und in die Ewigkeit reisen werde.\u00a0 [<em>Anmerkung des Sekret\u00e4rs<\/em>. Don Bosco unterbrach hier sein Diktat. Ihm traten Tr\u00e4nen in die Augen, aber nicht vor Traurigkeit, sondern vor ganz gro\u00dfer Liebe, die auch aus seinem Blick und seiner Stimme sprach. Nach einigen Augenblicken diktierte er weiter]. Darum w\u00fcnsche ich mir von ganzem Herzen, Euch alle, meine Mitbr\u00fcder und meine lieben jungen Freunde, auf dem Weg zu wissen, auf dem der Herr Euch sehen m\u00f6chte.<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Dazu schickt Euch auch der Heilige Vater, den ich am Freitag, dem 9. Mai besucht habe, von ganzem Herzen seinen Segen. Am Fest der Helferin der Christen werde ich wieder in Eurer Mitte vor ihrem Gnadenbild sein. Ich w\u00fcnsche, dass dieses gro\u00dfe Fest mit aller Feierlichkeit begangen wird. Don Lazzero und Don Marchisio sollen daf\u00fcr sorgen, dass auch bei Tisch Freude herrscht. Dieses Fest soll ein Vorspiel<br>des ewigen Festes sein, das wir einst alle miteinander im Himmel feiern werden.<br><br><em>Rom, 10. Mai 1884<br>Euer Freund, der Euch in Christus liebt<br>Priester JOHANNES BOSCO<br><br>(MB XVII, 107-114)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1884, wenige Tage vor seiner R\u00fcckkehr nach Turin, hatte Don Bosco in Rom zwei Tr\u00e4ume,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":18,"featured_media":29183,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"iawp_total_views":150,"footnotes":""},"categories":[144],"tags":[2575,2635,2578,1969,1813,2029,2504,1981,2564],"class_list":["post-29190","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-traume-von-don-bosco","tag-don-bosco","tag-empfehlungen","tag-erziehung","tag-heilige","tag-jugend","tag-leben","tag-charyzmat-salezjanski","tag-traeume","tag-wohltaetigkeit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/18"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=29190"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/29190\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29183"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=29190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.donbosco.press\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=29190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}